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Frankfurt/Main
Zu Unrecht abgeschobener Afghane ist wieder in Deutschland

Der Afghane Haschmatullah F. traf gestern auf dem Flughafen in Frankfurt am Main ein. Der Mann war zunächst abgeschoben worden.
Der Afghane Haschmatullah F. traf gestern auf dem Flughafen in Frankfurt am Main ein. Der Mann war zunächst abgeschoben worden. FOTO: Boris Roessler / dpa
Frankfurt/Main. Der zu Unrecht abgeschobene afghanische Flüchtling Haschmatullah F. ist nach drei Monaten zurück in Deutschland. „Ich will allen Organisationen, allen Freunden und der deutschen Regierung herzlich danken, die mir geholfen haben“, sagte der 23-Jährige gestern in Frankfurt am Main einem Dolmetscher zufolge. Mit einem Visum der deutschen Botschaft in Pakistan ausgestattet, war F. am frühen Nachmittag gelandet. Ob er auch weiterhin in Deutschland bleiben kann, soll ein Asylverfahren entscheiden.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hatte die Abschiebung des Mannes irrtümlich erlaubt, obwohl dagegen am Verwaltungsgericht Sigmaringen ein Eilantrag anhängig war. Solche Anträge gewähren Schutz vor einer Abschiebung. Das Gericht hatte deswegen angeordnet, dass der Flüchtling zurückgeholt werden muss. Abschiebungen nach Afghanistan sind wegen der dortigen Gefahrenlage umstritten und werden von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. „Das war mein großer Wunsch, dass ich noch mal nach Deutschland kommen kann“, erklärte F. nach der Landung.


Er war ursprünglich am 3. Juni in Deutschland angekommen. Am 8. Juni hatte er Asyl beantragt, war aber abgelehnt worden mit dem Hinweis, dass er über Bulgarien in die EU gekommen sei – und damit gemäß der sogenannten Dublin-Vorschriften Bulgarien für ihn zuständig sei.

Gegen diese Entscheidung hatte der Anwalt Markus Niedworok am 2. August Einspruch eingelegt. Dennoch war F. am 14. September von Tübingen nach Bulgarien und von dort am 3. Oktober nach Afghanistan abgeschoben worden. Das Verwaltungsgericht Sigmaringen hatte das Bamf am 22. September aufgefordert, den Mann zurückzuholen.