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Wie Obama und doch ganz anders



Meinung:

Wie Obama und doch ganz anders

Von SZ-KorrespondentFrank Herrmann

Wieder einmal bewirbt sich ein Kandidat, mit dessen Namen noch vor drei Jahren kaum jemand etwas anfangen konnte. Wie einst Barack Obama hat Ted Cruz kaum Fuß gefasst im US-Senat , schon strebt er nach Höherem. Einmal mehr zeigt sich, was die US-Demokratie von der deutschen unterscheidet: Man muss dort nicht erst brav die Pyramide innerparteilicher Hackordnungen hinaufgeklettert sein, um ein Spitzenamt anzupeilen. Damit enden aber schon die Parallelen zwischen Obama und Cruz. Letzterer ist kein Brückenbauer, nicht einmal in Worten. Vielmehr steht er für die tiefe Spaltung, die Republikaner und Demokraten kaum noch kooperieren lässt. Zwar darf man getrost prophezeien, dass Ted Cruz 2017 nicht ins Oval Office einzieht. Doch allein mit seiner Brachialrhetorik drängt er die Konservativen noch weiter nach rechts.