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Flüchtlinge
Wer nicht mitspielt, schadet sich selbst

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Detlef Drewes

Widerstand in der Flüchtlingsfrage ist keine Tugend, sondern eine Dummheit. Die politischen Eliten im Osten der EU haben nicht verstanden, dass man die Migration nicht isoliert von ihren Ursachen betrachten kann. Es geht nicht darum, die Tore der EU für billige Arbeitskräfte zu öffnen, sondern um die Aufnahme und Betreuung von Opfern der Kriege in Syrien und im Irak sowie der Unterdrückung in totalitären Staaten Afrikas. Dumm ist die abwehrende Haltung vor allem deshalb, weil die Gemeinschaft diese Herausforderung zum einen nur gemeinsam bewältigen kann. Und weil sie zum anderen wesentliche Teile ihrer bisherigen Förderung von Mitgliedstaaten umstellen wird. Wer Migranten beherbergt, kann auf Geld aus dem Sozialfonds, aus dem Topf für die regionale Entwicklung, aus den Mittel für innere Sicherheit und so weiter erhalten. Der ersehnte Brüsseler Geldregen wird in den kommenden Jahren auf die niedergehen, die sich um Flüchtlinge kümmern. Wer da nicht mitspielt, versündigt sich nicht nur an der Solidarität zwischen den Staaten und an diesen Menschen, er schadet sich auch selbst.