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Wenn Opa nicht mehr leben will

Berlin. Krankheit und Schmerz, Einsamkeit und Trauer – der Todeswunsch alter Menschen kann viele Gründe haben. Experten fordern, die Vorsorge für suizidgefährdete Senioren zu verbessern. Agentur

Die Zahlen sind dramatisch. Die Suizidrate steigt mit zunehmendem Alter kontinuierlich. In der Altersgruppe der über 60-Jährigen geschahen im Jahr 2013 rund 45 Prozent aller 10 000 registrierten Selbsttötungen. Bei Menschen, die 90 Jahre und älter sind, nahmen sich 40 von 100 000 dieser Altersgruppe das Leben. Bei Männern ist die Rate gut viermal so hoch wie bei Frauen.

Diese hohen Raten müssten nicht sein, sagte Reinhard Lindner vom Nationalen Suizidpräventionsprogramm gestern. "Entgegen vielen Vorurteilen kann eine Suizidgefährdung auch im hohen Alter noch erfolgreich behandelt werden." Die Ankündigung einer Selbsttötung muss nicht unbedingt den Wunsch zu sterben signalisieren, sondern ist häufig eher ein Hilferuf. Nicht nur Profis, auch Angehörige und Freunde seien hier gefragt, wenn sich ein alter Mensch zurückziehe, isoliere und vereinsame. Dabei könnte man aber auch vermehrt über alternative Wohnformen im Alter nachdenken. So machten betreute Wohngemeinschaften etwa für demente Menschen bereits positive Erfahrungen. Für die Bewohner kann eine WG zu einer vertrauten Umgebung werden.

Betroffene und Angehörige tun die Symptome häufig als altersbedingt ab. "Dabei versteckt sich hinter so manchem Granteln, Verstummen oder Rückzug eine Depression", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch. Er fordert wie das Suizidpräventionsprogramm und die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention die Politik auf, die Vorsorge für suizidgefährdete alte Menschen zu verbessern. An die Adresse von Gesundheitsminister Hermann Gröhe sagte Lindner, der geplante Ausbau der Hospiz- und Palliativmedizin für die Begleitung Sterbender reiche nicht aus. Es brauche ein Konzept, das die psychotherapeutische Behandlung alter Menschen einschließe.

Beide Organisationen wollten keine konkrete Empfehlung für die Debatte über Sterbehilfe abgeben. Allerdings müsse klar sein, dass assistierter Suizid nur die allerletzte Möglichkeit sein könne, wenn palliativ-medizinische und psychotherapeutische Möglichkeiten ausgeschöpft seien.