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Saarbrücken/Berlin
Wasserverbrauch im Saarland auf Rekordhöhe

(Symbolbild)
(Symbolbild) FOTO: dpa / Oliver Berg
Saarbrücken/Berlin. Die Dauerhitze ruft Versorger und Politik im Saarland auf den Plan. Ziel ist ein „Masterplan Wasser“.

Der Wasserverbrauch im Saarland hat sich in den vergangenen Wochen durchschnittlich um 40 Prozent erhöht. Diese Größenordnung nannte der Wasserexperte Joachim Meier vom Verband der Energie und Wasserwirtschaft des Saarlandes auf SZ-Anfrage. Üblicherweise erhöhe sich der Verbrauch im Sommer um nur rund 20 Prozent, erklärte Meier. Um die Wasserversorgung langfristig zu sichern, schlägt er vor, die Nonnweiler Talsperre als Trinkwasserreservoir zu nutzen. Das wäre ein Novum. Derzeit bezieht das Saarland seine Wasservorräte ausschließlich aus dem Grundwasser.


Meier hält zudem bessere Verbundsysteme zwischen den Kommunen für ein Instrument, um sich bei Engpässen schnell gegenseitig Hilfe leisten zu können. „Diese Sommer hat eine Zäsur gesetzt“, betonte Meier. In der Branche habe eine Debatte über die Stabilisierung der Wasserversorgung eingesetzt. So würden im Herbst Ingenieurbüros für einen „Masterplan Wasser“ mit der Prüfung der Infrastruktur – Leitungen, Hochbehälter, Wasserwerke, Brunnen – beauftragt. Im Jahr 2020 sollen Vorschläge vorliegen.

Das saarländische Umweltministerium ist in den Prozess involviert. Seinen Angaben zufolge droht aktuell keine Wasserknappheit. „Im schlimmsten Fall könnten Gemeinden, die wenig Reserven in ihrem Versorgungsnetz haben, die Spitzenlasten nicht abdecken“, hieß es.



Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat jüngst einen steuerfinanzierten Aktionsplan gegen Hitzeperioden angeregt. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg schlug auch zusätzliche Speicherkapazitäten vor. Zudem sollten die Kommunen in ihren Grünanlagen und Wäldern Pflanzen anbauen, die für den Klimawandel besser gewappnet sind.

Die wochenlange Dürre in Deutschland hat allein in der Landwirtschaft Schäden von mehr als einer Milliarde Euro verursacht.