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Zeitumstellung
Warten auf das Ende des unbeliebten Uhrendrehens

Das Drehen an der Uhr, das am Sonntag wieder ansteht, ist ziemlich unbeliebt.
Das Drehen an der Uhr, das am Sonntag wieder ansteht, ist ziemlich unbeliebt. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Saarbrücken. Gegen die Zeitumstellung, die am Sonntag wieder ansteht, formiert sich zunehmend Widerstand. Die EU prüft ihre Abschaffung. Aber das kann dauern. Von Frauke Scholl
Frauke Scholl

Dass vor 125 Jahren vieles einfacher wurde, als in Mitteleuropa die Uhren endlich gleich tickten, scheint bis heute unumstritten. Von daher hat es die Mitteleuropäische Zeit viel leichter als die Zeitumstellung. Denn das Drehen an der Uhr, das am Sonntag wieder ansteht, ist ziemlich unbeliebt – nicht nur in Deutschland. Der Wechsel von Winter- auf Sommerzeit und wieder zurück erhitzt zwei Mal jährlich die Gemüter. Und auch die Europäische Union hat dem Uhrendrehen den Kampf angesagt.


Erst vor wenigen Tagen ging es der Zeitumstellung wieder an den Kragen. In einer Umfrage forderte eine große Mehrheit der Bundesbürger ihre Abschaffung. 73 Prozent der Befragten sprachen sich nach einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts gegen das Umstellen der Uhren im Frühjahr und im Herbst aus. Die Methode, die in Deutschland 1980 wiedereingeführt wurde, ist vor allem aus gesundheitlichen Grünen unbeliebt. 27 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, schon gesundheitliche Probleme nach dem Zeitwechsel gehabt zu haben – sie fühlten sich müde, zerstreut und konnten nicht einschlafen. Nur ein Drittel der Deutschen glaubt allerdings, dass die zur Energieeinsparung gedachte Maßnahme in den nächsten fünf Jahren auch tatsächlich abgeschafft wird.

Genau das und zwar möglichst bald wollen aber die Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Anfang Februar hatten sie die EU-Kommission aufgefordert, die Zeitumstellung auf den Prüfstand zu stellen und zu entscheiden, ob ihre Zeit nicht doch abgelaufen ist.



Ein Antrag, der Umstellung schon gleich den Garaus zu machen, scheiterte in Straßburg. Stattdessen nun also ein Gutachten, das klären soll, wie schädlich das Umstellen für Menschen und Tiere und die Wirtschaft wirklich ist.

Welche Zeit aber nach der Abschaffung gelten soll – Normal-, also Winterzeit, oder Sommerzeit? –, darin sind sich die (noch) 28 EU-Staaten (inklusive Briten) nicht einig. Polen will die Normalzeit. Finnland auch. Inoffiziell gibt es aber mehr Fans der Sommerzeit. Bis das Gutachten vorliegt, kann es dauern. Vorerst dreht Europa also weiter an der Uhr. Übermorgen wieder.