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| 21:14 Uhr

Kommentar
Vier weitere Jahre sind möglich

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Vier Jahre habe sie versprochen, und sie halte ihre Versprechen, sagt Angela Merkel. Dass die Kanzlerin tatsächlich die volle Legislaturperiode „durchregieren“ wird, liegt freilich nicht allein in ihrer Hand. Merkel muss jetzt die richtigen Signale setzen, um ihr Ziel zu erreichen. Dann sind vier weitere Jahre durchaus wahrscheinlich.

Die CDU-Chefin hat verstanden, dass die Ressortverteilung einer künftigen Groko ihrer Partei einen herben Schlag versetzt hat. Anfänglich hat man im Kanzleramt die Kritik unterschätzt. Nun ist Merkel selbst ins TV gegangen, um die Dinge zu erläutern – das zeigt, wie ernst sie die Lage inzwischen nimmt. Spät, aber nicht zu spät, hat sie reagiert. Nach zwölf Jahren im Kanzleramt und 18 Jahren CDU-Vorsitz scheint der 63-Jährigen die Fähigkeit noch nicht gänzlich abhandengekommen zu sein, ihre Partei zu verstehen, Stimmungen zu registrieren und darauf zu reagieren. Bevor aus einer Welle ein Tsunami wird. In der Flüchtlingskrise war das so, ähnlich auch bei der Euro-Rettung. Das ist der große Unterschied zu Martin Schulz – weil er das Gespür für seine Partei innerhalb nur eines Jahres verloren hat, ist er mehr weggefegt worden als freiwillig gegangen.

Aufs Personal kommt es jetzt an. Die Kanzlerin muss bei der Besetzung der Kabinettsposten den personellen Auf- und Umbruch deutlich machen. Mit Politikern wie Jens Spahn, Julia Klöckner oder auch Annegret Kramp-Karrenbauer kann sie zugleich Akzente für die Nachfolge setzen. Dann sind vier Jahre legitim – und möglich. Ansonsten wird ihr das Heft womöglich schneller aus der Hand genommen werden, als ihr lieb sein dürfte. Schulz könnte es ihr erzählen.