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Vielen Bäckern im Saarland droht das Aus

Saarbrücken. Im Saarland müssen immer mehr Bäckereien aufgeben. Steigende Kosten und der Preisdruck durch Discounter sind die größten Probleme. Die Bäcker-Innung sieht die Talsohle noch nicht erreicht. Von SZ-RedakteurThomas Sponticcia

Das saarländische Bäckerhandwerk steckt in einem Strukturwandel mit dramatischen Ausmaßen. Immer mehr Betriebe geben auf, weil sie im Konkurrenzkampf gegen Discounter, wegen stark steigender Kosten oder wegen Nachfolge-Problemen nicht mehr bestehen können. Derzeit gebe es landesweit nur noch 258 Betriebe, sagte Landes-Innungsmeister Roland Schaefer unserer Zeitung. Zum Vergleich: 1980 waren es noch 820. Schaefer geht davon aus, "dass wir mindestens 50 bis 60 weitere Betriebe verlieren werden".

Schon jetzt müssten jährlich fünf bis sechs Prozent der Bäckereibetriebe aufgeben, weil sie nicht mehr zahlungsfähig sind oder weil sich kein Nachfolger findet. Bei einer Fortsetzung dieses Trends sei sogar damit zu rechnen, "dass wir in etwa 50 Jahren an der Saar keinen Bäcker und keinen Konditor mehr haben werden. Ich kann mir das vorstellen", sagte der Innungsmeister. Derzeit beschäftigt das saarländische Bäckerhandwerk rund 4200 Mitarbeiter.

Durch die steigenden Kosten vor allem für Energie sowie den hohen Konkurrenzdruck durch Discounter verdiene ein saarländischer Bäcker an einem Brötchen gerade noch zwei bis drei Cent. Bei solchen Verdienstspannen könnten die Betriebe kaum noch Lehrlinge beschäftigen oder Investitionen tätigen, sagte Schaefer. So koste beispielsweise ein neuer Backofen rund 130 000 Euro. Mit den Produktionsbedingungen bei manchen Discountern, die Brötchen in riesigen Mengen zu einem Ausgabepreis von neun Cent herstellten, könne kein mittelständischer Bäcker mithalten. Zudem müssten die Betriebe inzwischen im Zwei-Schicht-Betrieb arbeiten, sowohl beim Fachpersonal als auch bei den Lehrlingen gebe es jedoch Engpässe .

Mit Blick auf die erwartete allenfalls durchschnittliche Getreide-Ernte im Land schließt Schaefer höhere Mehlpreise nicht aus. Weil aber auch die Lohnkosten gestiegen seien, müsse man im Herbst über höhere Preise für Brot und Brötchen nachdenken, sagte der Innungsmeister. > Siehe