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Dieter Thomas Heck tot
Ein Leben für den Schlager

Kult-Moderator Dieter Thomas Heck bei der 400. „Deutschen Schlagerparade“ auf SR 1 Europawelle Saar.
Kult-Moderator Dieter Thomas Heck bei der 400. „Deutschen Schlagerparade“ auf SR 1 Europawelle Saar. FOTO: Reiner Oettinger
Saarbrücken/Berlin. Dieter Thomas Heck startete seine steile Karriere beim Saarländischen Rudfunk. Von Thomas Sponticcia
Thomas Sponticcia

Der Samstagnachmittag war viele Jahre hinweg für Schlagerfans im Saarland ein Muss. Pünktlich um 14.05 Uhr meldete sich zu den Klängen von James Last mit seiner „Amboß Polka“ Dieter Thomas Heck zu Wort. Die „Deutsche Schlagerparade“ wurde sehr schnell zu einem Aushängeschild im Programm des SR und Dieter Thomas Heck schnell zu einer Marke. Er kam von Radio Luxemburg, wo er sich nicht besonders wohlgefühlt hat, weil dort seiner Meinung nach zu wenig Deutscher Schlager gespielt wurde. Die Beatles oder Rolling Stones waren seine Sache nicht. Und es gibt einen Live-Sendemitschnitt, in dem sich Dieter Thomas Heck darüber vor offenem Mikrofon mit Frank Elstner stritt. Der riet ihm damals, es doch dann mit dem Schlager mal woanders zu versuchen. Prompt wird Heck auf SR 1 Europawelle Saar zum Star.


Der Schnellsprecher  hat ein feines Gespür für die Menschen, die gerne unbeschwerte Musik hören wollen. Im SR Studio geben sich fortan die Schlagerstars und Sternchen die Klinke in die Hand. Heck macht selbst viele zu Stars: von Cindy & Bert über Jürgen Marcus bis zu Christian Anders und vielen anderen. Der SR hätte auch seine Idee der „Hitparade“ im Fernsehen umsetzen können, doch die Verantwortlichen zogen nicht. Heck wechselt zum ZDF und präsentiert dort sein Flaggschiff, das ihn mehrere Jahrzehnte begleitet. Und alle Stars, auch die, die es erst werden wollen, folgen ihm nach Berlin. Unvergessen seine legendären Ansagen „Es ist 19.30 Uhr. Hier ist Berlin.“ Zu jener Zeit gehört die Hitparade zu den Pflichtterminen junger und älterer Schlagerfans. Doch irgendwann geht auch die große Zeit des Schlagers zu Ende. Heck gibt die Hitparade ab. Sie erreicht nie mehr den Erfolg wie unter „DTH“, wie er sich gerne nannte. Nun ist seine Stimme verstummt. Viele werden sich gerne an ihn erinnern.