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Neuer Bericht
US-Behörden warnen vor Klimawandel

Ein ausgebrannter Pkw im Ort Paradise in Kalifornien: Das sogenannte „Camp“-Feuer zerstörte mehr als 13 000 Häuser. Jetzt warnen US-Behörden ausdrücklich vor den Folgen der Erderwärmung für die USA, die Brände und Naturkatastrophen wie die in Kalifornien künftig noch weiter befeuern könnte.
Ein ausgebrannter Pkw im Ort Paradise in Kalifornien: Das sogenannte „Camp“-Feuer zerstörte mehr als 13 000 Häuser. Jetzt warnen US-Behörden ausdrücklich vor den Folgen der Erderwärmung für die USA, die Brände und Naturkatastrophen wie die in Kalifornien künftig noch weiter befeuern könnte. FOTO: dpa / Barbara Munker
Washington. Lange hat sich Donald Trump über die Theorien zur Erderwärmung lustig gemacht. Jetzt bestätigen seine Institutionen das, was der US-Präsident bisher nicht wahrhaben will. dpa

Mehrere US-Bundesbehörden warnen in einem neuem Bericht eindringlich vor den negativen Folgen des Klimawandels für die USA. In dem Report, der am Freitag (Ortszeit) veröffentlicht wurde, mahnen die Fachleute, ohne erhebliche Anstrengungen werde der Klimawandel zunehmende Schäden an Infrastruktur und Eigentum anrichten und das Wirtschaftswachstum in den nächsten Jahrzehnten hemmen. Hinzu kämen deutliche Beeinträchtigungen für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen.


Die Experten warnen unter anderem, steigende Temperaturen, extreme Hitze, Dürren, Brände und Unwetter machten der Landwirtschaft zunehmend zu schaffen. Auch die Wirtschaftszweige Fischerei oder Tourismus seien besonders empfindlich. Der Handel werde ebenfalls beeinträchtigt. Der Klimawandel bedrohe auch das Wohlergehen der Amerikaner – etwa durch extreme Wetterbedingungen, Veränderungen der Luftqualität oder die Verbreitung neuer Krankheiten. Die Infrastruktur werde ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen: Das gelte etwa für Straßen, Brücken, aber auch für die Energieversorgung. Zunehmende Störungen seien hier zu erwarten, es drohten auch vermehrte Stromausfälle. Die Infrastruktur in Küstenregionen etwa sei durch zunehmende Überflutungen bedroht.

Der Bericht dekliniert ausführlich die Auswirkungen für viele gesellschaftliche Bereiche durch und kommt zu alarmierenden Schlussfolgerungen. Die gesellschaftlichen Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel hätten in den vergangenen fünf Jahren zwar zugenommen, aber nicht in ausreichendem Maße, um schwere Schäden für Wirtschaft, Umwelt und Gesundheit der Menschen in den kommenden Jahrzehnten abzuwenden.



Die USA hatten erst in den vergangenen Wochen mit verheerenden Naturkatastrophen zu kämpfen. Im September und Oktober hatten der Tropensturm „Florence“ und der Hurrikan „Michael“ an der Südostküste der USA schwere Überflutungen und Verwüstung verursacht und zahlreiche Menschenleben gekostet. Im November wüteten schwere Waldbrände in Kalifornien an der Westküste der USA. Allein das sogenannte „Camp“-Feuer in Nordkalifornien zerstörte mehr als 13 000 Häuser, mindestens 84 Menschen starben. Es war das schlimmste Feuer in dem US-Bundesstaat seit Beginn der Aufzeichnungen.

Das „Camp“-Feuer war am Freitagabend (Ortszeit) fast vollständig eingedämmt, auch die Feuer in Südkalifornien sind inzwischen gelöscht. Wissenschaftler warnen aber vor einer Zunahme schwerer Naturkatastrophen im Land. Sie machen den Klimawandel dafür verantwortlich.

US-Präsident Donald Trump widerspricht dem regelmäßig. Mit Blick auf die Brände in Kalifornien hatte er etwa gesagt, Ursache sei hier allein ein falsches Forstmanagement. Trump hatte lange über die Experten-Warnungen vor dem Klimawandel gespottet. Er verkündete auch den Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimaabkommen – was international Empörung und Sorge auslöste. Vor Wochen sagte der Präsident zwar überraschend in einem Interview, er bestreite den Klimawandel nicht. Er zweifle aber daran, dass menschliches Handeln dafür verantwortlich sei. Erst am Mittwoch schrieb Trump auf Twitter angesichts besonders kalter Temperaturen an Thanksgiving: „Was bitte ist mit der globalen Erderwärmung passiert?“ Kritiker warfen der Trump-Administration vor, sie hätten den Report gezielt an einem Brückentag nach Thanksgiving veröffentlicht, um die Aufmerksamkeit für die bedrohlichen Botschaften der Experten möglichst gering zu halten.

Kein Freund der Klimaschützer: US-Präsident Donald Trump.
Kein Freund der Klimaschützer: US-Präsident Donald Trump. FOTO: dpa / Manuel Balce Ceneta