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Klimakonferenz
Prima Klima in Bonn

Meinung Das läuft doch super in Bonn. Vom Klimagipfel herab ertönen fast täglich derart gute Nachrichten, dass sich Meere, Gletscher, Flora und Fauna schon allein vom Hörensagen erholen. Bereits der Auftakt geriet vielversprechend. Konkrete Ergebnisse seien Pflicht, hatte Umweltministerin Barbara Jimi Hendricks gemahnt und wurde gefeiert wie ein Rockstar. Und es kam noch besser: Alle Welt scheint plötzlich fest entschlossen, das Klima zu beglücken und die Erderwärmung zu stoppen. Sogar Schurkenstaaten. Nein, natürlich nicht Trumps Amerika. Aber selbst Syrien will jetzt das Klima schützen. Herr Assad soll ja schon über jede Menge grünes Giftgas verfügen. Von Frauke Scholl
Frauke Scholl

Schön auch, dass die 25 000 Gipfel-Teilnehmer mit E-Rollern zum Hotel fahren können und Mehrweg-Geschirr benutzen. Ihre tausendfache Anreise per Flugzeug lassen wir mal unter den grünen Teppich kehren. Es kann eigentlich nicht besser laufen am Rhein. Ein Schelm, wer fürchtet, das am Ende wieder mal nur die Klima-Katas­trophe steht, für die solche Konferenzen bekannt sind: Stürme (im Wasserglas), Dürre (Kompromisse) und Luft, jede Menge heiße Luft.