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Glosse
Der Trend geht zum Schirm

Meinung Der Trend geht angeblich zur Sharing Economy, also zu einer Wirtschaft, in der alles geteilt wird – etwa Autos beim Carsharing oder Wohnungen über das virtuelle Miet-Portal Airbnb. Aber im wichtigsten Bereich klafft eine Marktlücke, hier bleibt der Nutzer bislang im Regen stehen. Von Pia Rolfs

Denn gerade in Zeiten plötzlichen sintflutartigen Platzregens, früher Spätsommer genannt, sind nicht an jeder Hausecke Schirme vorhanden. Das ist ein großes Manko, zumal sich viele Zeitgenossen eher auf ihre Wetter-App verlassen, als in den Himmel zu schauen. Und dann haben sie den Wolkenbruch einfach nicht auf dem Schirm.



Dabei könnte sogenanntes Schirm-Sharing doch wirklich so einfach sein: Jeder leiht sich an der Ecke einfach einen Regenschirm gegen einen Münzeinwurf aus und gibt ihn dann woanders wieder ab, wenn er ihn nicht mehr benötigt. Sehr kultige Trendsetter erproben das bereits in Pilotprojekten – allerdings nur den zweiten Teil. Das allein ist jedoch so revolutionär, dass sie es oft noch nicht einmal selbst bemerken. Und deswegen klagen sie, nachdem sie es getan haben, meistens nur: „Ich habe meinen Schirm verloren.“