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Mangelnde Pressefreiheit
Tolu übt Kritik an Inhaftierung von Journalisten

Die deutsche Journalistin Mesale Tolu, die in der Türkei angeklagt ist, darf nun ausreisen.
Die deutsche Journalistin Mesale Tolu, die in der Türkei angeklagt ist, darf nun ausreisen. FOTO: dpa / Linda Say
Istanbul. Nach der Aufhebung ihrer Ausreisesperre hat die in der Türkei unter Terrorvorwürfen angeklagte deutsche Journalistin Mesale Tolu mangelnde Pressefreiheit in dem Land beklagt. Noch immer seien mehr als hundert ihrer Kolleginnen und Kollegen in der Türkei inhaftiert, „weil sie ihren Job getan haben“, schrieb Tolu am Montagabend auf Twitter. dpa/epd

„Solange die Journalist*innen eingesperrt sind, kann man nicht von einer Verbesserung hinsichtlich der Presse- und Meinungsfreiheit sprechen.“


Trotz der Aufhebung ihrer Ausreisesperre sei sie noch immer in der Türkei, schrieb Tolu. Nach Angaben ihres Solidaritätskreises ist die Ausreise der 33-Jährigen für den kommenden Sonntag geplant.

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat die Aufhebung der Ausreisesperre für Tolu als rein politisches Zugeständnis Ankaras gewertet. Es sei beunruhigend, dass die Entscheidung „genauso willkürlich“ erfolgt sei wie die Inhaftierung Tolus und ihre Freilassung, sagte Geschäftsführer Christian Mihr den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Für uns kam der Zeitpunkt genauso überraschend wie für Mesale Tolu selbst, schließlich haben ihre Anwälte regelmäßig erfolglos eine genau solche Aufhebung der Ausreisesperre beantragt.“