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Weiter heftige Kämpfe in Aleppo

Die nordsyrische Metropole Aleppo wurde auch gestern wieder von Dutzenden Luftschlägen erschüttert. Foto: dpa
Die nordsyrische Metropole Aleppo wurde auch gestern wieder von Dutzenden Luftschlägen erschüttert. Foto: dpa FOTO: dpa
Damaskus. Die Vereinten Nationen haben vor einer Eskalation der humanitären Situation in Syrien gewarnt. Besonders die Lage in der umkämpften Metropole Aleppo sei dramatisch. "Die Zeit drängt", sagte der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura gestern in Genf. Trotz einer von Russland angekündigten dreistündigen Feuerpause schlugen gestern wieder Granaten und Bomben in den Rebellengebieten im Osten der Stadt ein. Die Türkei forderte Russland auf, gemeinsam gegen die Terrormiliz vorzugehen. Agentur

In der Metropole Aleppo im Norden des Landes ist Russland als enger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad schon wichtiger Partner im Kampf gegen die Aufständischen. Obwohl Russland eine dreistündige Feuerpause für humanitäre Hilfslieferungen angekündigt hatte, bombardierten Kampfjets weiter Stellungen der Rebellen im Osten Aleppos. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab es Dutzende Luftschläge. Unklar war zunächst, ob syrische oder russische Kampfflugzeuge die Angriffe ausführten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisierte, dass Angriffe durch syrische und russische Kampfjets auf Krankenhäuser mittlerweile zur Routine geworden seien.


In Aleppo arbeitende Ärzte baten in einem offenen Brief US-Präsident Barack Obama um Hilfe. "Wir brauchen keine Tränen, keine Sympathien oder Gebete. Wir brauchen Aktionen", schrieben sie. Die Vereinten Nationen forderten eine Feuerpause von 48 Stunden sowie sichere Korridore, damit Hilfsorganisationen Lieferungen nach Aleppo bringen können.

Unterdessen setzte die russische Luftwaffe auch ihre Angriffe auf die IS-Hochburg Al-Rakka im Osten Syriens fort. Sechs Bomber hätten mehrere Stützpunkte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) attackiert, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.