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Pflichtbewusst und zuverlässig?

Beamte werden gebraucht – und laut einer neuen Forsa-Umfrage meist auch geschätzt. Foto: dpa
Beamte werden gebraucht – und laut einer neuen Forsa-Umfrage meist auch geschätzt. Foto: dpa FOTO: dpa
Fast drei Viertel der Deutschen sprechen sich in einer vom Beamtenbund in Auftrag gegebenen Umfrage für einen „starken Staat“ aus. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse der gestern vorgestellten Studie. Stefan Vetter

Was für ein Bild haben die Bürger von Beamten?



Drei Viertel halten Beamte für pflichtbewusst. 72 Prozent finden sie verantwortungsbewusst, 68 Prozent sagen, sie seien zuverlässig. Im Langzeitvergleich - die Forsa-Erhebung findet seit zehn Jahren statt - sind diese Werte nahezu konstant geblieben. Was Hilfsbereitschaft und Unbestechlichkeit angeht, so sind Beamte im Ansehen der Bürger sogar deutlich gestiegen: 63 Prozent attestieren ihnen Hilfsbereitschaft, 48 Prozent schätzen sie als "unbestechlich" ein. 2007 meinten dies nur 57 beziehungsweise 37 Prozent.

Wie beliebt sind welche Beamte ?

Für 93 Prozent der Bürger haben Feuerwehrleute das beste Image unter allen Berufen. Es folgen Ärzte (87), Krankenpfleger (87), Erzieherinnen (82) sowie Polizisten (82), Richter (75) und Müllfahrer (73). In der Rangliste der Berufsgruppen rangiert "der Beamte " als solcher aber weit hinten. Forsa-Chef Manfred Güllner erklärt sich den Widerspruch mit der Abstraktheit des Beamten-Begriffs und einer damit eng verbundenen Vorstellung von zu viel Bürokratie. Wer dagegen persönliche Erfahrungen mit bestimmten Beamten gemacht habe, reagiere meist positiv.

Wer sind die Schlusslichter in der Berufe-Rangliste?



Nur 44 Prozent der Bürger haben über Journalisten eine gute Meinung. Politiker und Gewerkschaftsfunktionäre liegen bei 24 Prozent. Schlusslicht sind die Versicherungsvertreter. Nur etwa jeder elfte Bürger kann ihnen positive Seiten abgewinnen.

Gibt es politische Unterschiede?

Ja. Bei Anhängern der AfD schneiden Beamte , Journalisten und Politiker im Ansehen durchweg deutlich schlechter ab. So haben nur 15 Prozent der AfD-Sympathisanten eine gute Meinung über Medienvertreter. Bezogen auf alle Bürger liegt dieser Anteil fast drei Mal höher. Politiker bekommen nur von elf Prozent der AfD-Anhänger gute Noten. Das sind weniger als halb so viele wie im Gesamtdurchschnitt.

Was halten die Bürger von einem "starken Staat"?

72 Prozent plädieren dafür, dass der Staat in einer globalisierten Welt stark sein muss. Vor zehn Jahren vertraten nur 66 Prozent diese Auffassung. Spiegelbildlich sank der Anteil derjenigen, die im Markt das Allheilmittel sehen, von 17 auf 13 Prozent. Dass der öffentliche Dienst den Steuerzahler zu viel Geld koste, meinen aktuell nur noch 31 Prozent der Befragten. Fast zwei Drittel sind davon überzeugt, dass die Ausgaben angemessen sind. Damit hat sich das Bild seit 2007 gründlich gewandelt: Damals fanden noch 58 Prozent, der Staat gebe zu viel für die Beamten aus, und nur 37 Prozent verneinten dies.

Was denken die Bürger über den Föderalismus?

Auch hier förderte die Umfrage Widersprüchliches zu Tage. 61 Prozent der Bürger finden, dass sich die Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern bewährt hat. Allerdings vermag die Mehrheit außer dem Bildungsbereich kaum weitere Länderkompetenzen zu benennen. Gleichzeitig fordert die Mehrheit einheitliche Bundeskompetenzen etwa bei Beamtenbesoldung, Schule oder Polizei , was durchweg Sache der Länder ist. Mehr als zwei Drittel der Befragten sagen auch, die 16 Länder sollten weiter so bestehen bleiben.