| 20:18 Uhr

Kretschmanns Farbenspiel

Meinung:


Kretschmanns Farbenspiel

Von SZ-Korrespondent Hagen Strauß



Dass Winfried Kretschmann das schwarz-grüne Farbenspiel liebt, ist alles andere als neu. Er ist ein Grüner mit einem kräftigen konservativen Anstrich. Wie Kanzlerin Angela Merkel ist der Mann aus Baden-Württemberg ein Pragmatiker der Macht. Beide verbinden ähnliche Überzeugungen. Merkel ist zudem in der Wahl ihrer politischen Partner flexibel, genauso wie Kretschmann. Freilich haben bei Schwarz-Grün im Bund die Parteien selbst noch ein Wörtchen mitzureden. Der linke Flügel bei den Grünen ist nach wie vor stark und bärbeißig. Und bei der Union gibt es zwar zahlreiche Befürworter, aber mindestens genauso viele, denen vor den Kompromissen graut. Weil sie glauben, die Union verlöre dann vollends ihr Profil. Zum Beispiel in der Steuer- und Einwanderungspolitik . Nein, Schwarz-Grün ist noch lange nicht sicher. Selbst wenn es nach der Bundestagswahl rechnerisch reichen sollte - am Ende muss es auch politisch stimmen.