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Ausgesetzter Nachzug von Angehörigen
Syrer kehren vermehrt zu Familien zurück

01.02.2018, Berlin: Flüchtlinge protestieren anlässlich der aktuellen Debatte vor dem Deutschen Bundestag gegen die Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz. Die Abgeordneten entscheiden heute unter anderem über mehrere Gesetzentwürfe und Anträge zum Thema Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
01.02.2018, Berlin: Flüchtlinge protestieren anlässlich der aktuellen Debatte vor dem Deutschen Bundestag gegen die Aussetzung des Familiennachzugs für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz. Die Abgeordneten entscheiden heute unter anderem über mehrere Gesetzentwürfe und Anträge zum Thema Familiennachzug von Flüchtlingen mit eingeschränktem Schutzstatus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Bernd von Jutrczenka
Berlin. Weil sie ihre Angehörigen nicht nachholen dürfen, lassen sich Flüchtlinge wieder in die Heimat schleusen.

Offenbar verlassen zunehmend anerkannte syrische Flüchtlinge Deutschland wieder, weil sie ihre Angehörigen nicht nachholen können. Dabei reisen viele Flüchtlinge illegal, auf zum Teil riskanten Routen und mithilfe von Schleusern in die Türkei, da sie kein Visum erhalten, berichteten das ARD-Politikmagazin „Panorama“ und das Reporterformat „STRG_F“ gestern. Die Organisation Pro Asyl bestätigte die Entwicklung.


„Es gab schon im letzten Jahr Hinweise, dass Flüchtlinge sich hier in Deutschland unter Druck gesetzt fühlen und auf gefährlichen Wegen zurückkehren“, sagte Pro Asyl-Geschäftsführer Günter Burkhardt „Das betrifft besonders verzweifelte Syrer, die nur einen eingeschränkten Schutzstatus bekommen haben und von ihren Familien getrennt sind.“

In sozialen Netzwerken wie Facebook gibt es dem Bericht zufolge inzwischen Gruppen, in denen sich tausende Syrer über die „umgekehrte Flucht“ austauschen.

Seit 2016 ist der Familiennachzug für Flüchtlinge mit dem eingeschränkten subsidiären Schutzstatus, den vor allem Syrer bekommen, ausgesetzt. Ab August sollen wieder monatlich 1000 Angehörige nach Deutschland kommen dürfen.

In einem gestern gesprochenen Urteil erleichterte der Europäische Gerichtshof (EuGH) den Familiennachzug von unbegleitet eingereisten minderjährigen Flüchtlingen. Minderjährige, die während des Asylverfahrens volljährig werden, behalten demnach ihr Recht auf Familienzusammenführung. Demnach muss solch ein Antrag aber innerhalb von drei Monaten nach der Anerkennung als Flüchtling gestellt werden. Im vorliegenden Fall war ein unbegleitetes minderjähriges Mädchen aus Eritrea in die Niederlande eingereist, wo sie während des Asylverfahrens volljährig wurde.