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Kommentar
Südkoreanische Gratwanderung

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Es ist wichtig und richtig, dass Präsident Moon Jae In mit Machthaber Kim Jong Un spricht. Moon muss die Gefahr eines Atomkriegs von seinem Land abwenden. Doch er sollte nicht vergessen, dass Kim sich in der schwächeren Position befindet – und sich nicht zu schnell zu Zugeständnissen hinreißen lassen.

Es ist bereits großzügig von Moon, einen menschenverachtenden Diktator wie Kim überhaupt zu treffen. Sein Regime betreibt Konzentrationslager. Es ist zu hoffen, dass Moon bei dem geplanten Treffen nicht so freundlich lächelt wie jetzt sein Abgesandter.


Moon sollte keinesfalls zu früh aus der Linie der internationalen Gemeinschaft ausscheren: Nordkorea darf erst dann wieder Handel treiben, wenn es substanziell abrüstet. Gegenüber dieser Forderung werden sich die Grenzen der neuen nordkoreanischen Leutseligkeit zeigen.