| 21:15 Uhr

AfD-Stiftungsname
Stresemann „schockiert“ über AfD-Pläne für Stiftung

Berlin. Angesichts des AfD-Vorhabens zur Gründung einer parteinahen Gustav-Stresemann-Stiftung hat sich der Enkel des ehemaligen deutschen Reichskanzlers empört gezeigt. „Wir werden alle rechtlichen Schritte prüfen, um das zu unterbinden“, sagte der 62-jährige Walter Stresemann der „Stuttgarter Zeitung“. Seine Schwester und er seien „schockiert“ von den AfD-Plänen. Christina Stresemann leitet am Bundesgerichtshof einen Zivilsenat.

Angesichts des AfD-Vorhabens zur Gründung einer parteinahen Gustav-Stresemann-Stiftung hat sich der Enkel des ehemaligen deutschen Reichskanzlers empört gezeigt. „Wir werden alle rechtlichen Schritte prüfen, um das zu unterbinden“, sagte der 62-jährige Walter Stresemann der „Stuttgarter Zeitung“. Seine Schwester und er seien „schockiert“ von den AfD-Plänen. Christina Stresemann leitet am Bundesgerichtshof einen Zivilsenat.


Der „Bild“-Zeitung sagte Stresemann gestern, über die Pläne seien weder er noch seine Schwester unterrichtet worden. „Wir hätten das natürlich abgelehnt“, betonte er. „Das ist derart dreist, was diese Partei da plant.“ Stresemann fügte hinzu: „Was mein Großvater schließlich aus Überzeugung vertrat, steht ja fundamental gegen das, was die AfD verkörpert.“

Zuvor hatte AfD-Chef Alexander Gauland der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ von dem Gründungsvorhaben einer parteinahen Stiftung berichtet. „Ich würde es begrüßen, wenn sie Gustav-Stresemann-Stiftung heißen würde“, sagte er. Der Staatsmann stehe für das nationalliberale Erbe Deutschlands.

Auch die FDP reagierte empört. Der stellvertretende Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki bezeichnete das Vorhaben als „makaber“ und „geschichtslos“. Eine AfD-nahe Stiftung könnte laut „FAZ“ jedes Jahr mit einem hohen zweistelligen Millionenbetrag aus Steuergeldern rechnen. Derzeit erhalten alle parteinahen Stiftungen zusammen  jährlich über 500 Millionen Euro.