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Nazi-Verbrechen
Steinmeier warnt vor Verdrängung

Bundespräsident Steinmeier (l.) neben Präsident Lukaschenko.
Bundespräsident Steinmeier (l.) neben Präsident Lukaschenko. FOTO: dpa / Jörg Carstensen
Minsk. In Weißrussland mahnt der Bundespräsident die Verantwortung für Nazi-Gräuel an.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei der Einweihung einer Gedenkstätte für Zehntausende ermordete Juden und Widerstandskämpfer in Weißrussland eindringlich vor einer Verdrängung der Nazi-Verbrechen gewarnt.


Deutschland habe viel zu lange gebraucht, sich an diese Verbrechen zu erinnern und sich zu seiner Verantwortung zu bekennen, sagte er in Maly Trostenez, der größten NS-Vernichtungsstätte in der zwischen 1941 und 1944 von Nazi-Deutschland besetzten Sowjetunion.

„Heute besteht die Verantwortung darin, das Wissen um das, was hier geschah, lebendig zu halten. Ich versichere Ihnen, wir werden diese Verantwortung auch gegen jene verteidigen, die sagen, sie werde abgegolten durch verstrichene Zeit“, sagte Steinmeier. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kritisierte er diesbezüglich Äußerungen von AfD-Politikern wie Björn Höcke und Alexander Gauland. Er schäme sich für derartige Äußerungen, sagte Steinmeier.



An der Gedenkfeier bei Minsk nahmen auch der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen teil. Steinmeier ist der erste Bundespräsident, der das autoritär regierte Weißrussland besucht.