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Sprachforscher küren "Wutbürger" zum Wort des Jahres

Wiesbaden. Das Wort des Jahres 2010 ist "Wutbürger". Das wichtigste Beispiel dafür - "Stuttgart 21" - setzte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) auf Platz zwei ihrer jährlichen Liste

Wiesbaden. Das Wort des Jahres 2010 ist "Wutbürger". Das wichtigste Beispiel dafür - "Stuttgart 21" - setzte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) auf Platz zwei ihrer jährlichen Liste. Mit "schottern" (Platz sechs), dem blockieren von Bahnstrecken für Castor-Transporte, kam ein drittes Wort aus dem Protestbereich unter die zehn Wörter des Jahres, die die Gesellschaft in Wiesbaden vorstellte. Die Wortschöpfung "Wutbürger" stehe für die Empörung in der Bevölkerung, "dass politische Entscheidungen über ihren Kopf hinweg getroffen werden", erklärte die Jury. Mit "Sarrazin-Gen" (Platz drei) wählten die Sprachwissenschaftler einen ironischen Verweis auf die Thesen zu Zuwanderung und Genetik von Ex-Bundesbanker Thilo Sarrazin. "Cyberkrieg" kam auf Platz vier, die Internetplattform "Wikileaks" auf Rang fünf. Die "Aschewolke" des Vulkans aus Island, die im Frühjahr über Tage den Flugverkehr in Europa lahmlegte, kam auf Platz sieben. Die nervige Fußballtröte "Vuvuzela" auf Platz acht. Die Wörter des Jahres wurden zum 35. Mal bestimmt. dpa