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Sprachforscher küren "alternativlos" zum Unwort des Jahres 2010

Frankfurt. Die Milliardenhilfen für Griechenland waren es angeblich, das Bahnprojekt Stuttgart 21 und auch die Gesundheitsreform: alternativlos. Das Adjektiv, mit dem Politiker im vergangenen Jahr umstrittene Entscheidungen begründeten, ist gestern zum "Unwort des Jahres" gekürt worden

Frankfurt. Die Milliardenhilfen für Griechenland waren es angeblich, das Bahnprojekt Stuttgart 21 und auch die Gesundheitsreform: alternativlos. Das Adjektiv, mit dem Politiker im vergangenen Jahr umstrittene Entscheidungen begründeten, ist gestern zum "Unwort des Jahres" gekürt worden. "Behauptungen dieser Art sind 2010 zu oft aufgestellt worden, sie drohen, die Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu verstärken", befand die Fachjury um den Frankfurter Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser. Mit dem Wort werde unterstellt, es gebe bei einer Entscheidung keine andere Möglichkeit und eine Diskussion sei daher nicht notwendig. "Alternativlos" sei seiner Auffassung nach sogar noch schlimmer als das an die eigenen Reihen gerichtete "Basta" von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD).Mit 140 Nennungen war "alternativlos" der Renner unter den 1123 Einsendungen. An zweiter Stelle landete "unumkehrbar" - meist im Zusammenhang mit Stuttgart 21. Es folgte das Wort des Jahres "Wutbürger". dpa/red