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Bamf-Affäre
Seehofers Aktionismus

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die FDP liegt mit ihrer Kritik richtig: Die Entlassung der Bamf-Chefin kann man in der Tat als „Bauernopfer“ bezeichnen. Denn wenn Jutta Cordt tatsächlich so gute Arbeit geleistet hat, wie CSU-Politikerin Andrea Lindholz als Vorsitzende des Innenausschusses sagt, warum lässt man sie dann nicht einfach weitermachen?

Die Antwort ist einfach: Weil CSU-Innenminister Horst Seehofer der Öffentlichkeit demonstrieren will, dass er in der Affäre um rechtswidrige Asylentscheidungen in Bremen hart durchgreift. Dass die Missstände lange vor Cordts Amtszeit begannen, interessiert dabei nicht. Ein klassischer Fall von Aktionismus.


Natürlich mag es sein, dass Cordt in ihrer anderthalbjährigen Amtszeit nicht alles richtig gemacht hat. Das liegt bei diesem undankbaren Job fast in der Natur der Sache. Man sollte das Asylamt lieber personell und finanziell besser ausstatten, statt es mit ständigen Führungswechseln jeglicher Kontinuität zu berauben.