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Seenotrettung
Schiff „Lifeline“ darf in Malta anlegen

Valletta/Rom. Nach einer tagelangen Blockade geht die Odyssee für die Migranten und die deutsche Besatzung des Rettungsschiffes „Lifeline“ auf dem Mittelmeer zu Ende. Das Schiff der Dresdner Organisation Mission Lifeline darf in Malta anlegen – allerdings unter der Bedingung, dass die Flüchtlinge an Bord auf mehrere EU-Länder verteilt werden.

Die Regierung in Valletta erklärte gestern, dass sich vier Mitgliedsstaaten bereiterklärt hätten; zwei weitere würden eine Beteiligung prüfen. Italien, Frankreich und das Bundesland Berlin hatten Hilfe bereits in Aussicht gestellt. Etwa 230 aus Seenot gerettete Migranten und 17 deutsche Besatzungsmitglieder harrten seit Donnerstag auf dem Schiff vor der Mittelmeerinsel aus und durften nirgends anlegen. Das erlösende Signal gab Italiens neuer Ministerpräsident Giuseppe Conte nach einem Telefonat mit dem maltesischen Premierminister Joseph Muscat: „Das Schiff der NGO Lifeline wird in Malta anlegen“, sagte Conte. Eine ähnliche Odyssee hatte vor gut zwei Wochen die „Aquarius“ durchgemacht, bevor sie letztlich in Spanien aufgenommen wurde.