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Saarlands Bauern klagen über miserable Ernte

Saarbrücken/Berlin. Viel zu viel Regen vermiest den deutschen Landwirten die Ernte-Bilanz. Im Saarland liegen die Mengen beim Getreide teilweise bis zu 30 Prozent unter den Vorjahreswerten. Bei den Frühkartoffeln sieht es sogar noch schlechter aus. ts/dpa

Die saarländischen Landwirte klagen über die schlechteste Ernte seit 30 Jahren. Hans Lauer, Geschäftsführer des Bauernverbandes, berichtet von Rückgängen in einer Größenordnung zwischen 20 und 30 Prozent. Besonders stark seien die Erträge von Wintergerste, Weizen, Roggen und Raps betroffen, sagte Lauer auf Anfrage der SZ. Bei den Frühkartoffeln sei die Ernte dieses Jahr sogar um bis zu 40 Prozent geringer ausgefallen. Trotz der niedrigen Erträge erwartet Lauer jedoch keinen Anstieg der Brotpreise.


Wegen der anhaltend niedrigen Erlöse für Getreide , Milch und Fleisch geht der Verband davon aus, dass immer mehr saarländische Bauern aufgeben müssen. Im Schnitt sei jährlich mit der Schließung von etwa neun Betrieben zu rechnen, erklärte Lauer. Insgesamt gibt es im Saarland noch 1100 landwirtschaftliche Betriebe, davon arbeiten rund 400 Bauern im Haupterwerb.

Auch bundesweit fällt die Ernte dieses Jahr drastisch schlechter aus. Bei Getreide und Raps zeichnet sich nach Angaben des Bauernverbands ein Minus von rund elf Prozent gegenüber dem Vorjahr ab. "Vielen Ackerbauern geht das Geld jetzt aus", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. Angesichts niedriger Weltmarktpreise für viele Produkte hoffen die Landwirte auf weitere staatliche Krisenhilfen von 100 Millionen Euro. Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU ) habe zusätzliche Hilfen von 60 Millionen Euro in Aussicht gestellt, wenn die Länder ihrerseits 40 Millionen beisteuern. > , Meinung