| 22:26 Uhr

Neue Millionenschäden
Saarland weitet Unwetterhilfe aus

Umweltminister Reinhold Jost (SPD) denkt über eine verpflichtende Elementarversicherung nach.
Umweltminister Reinhold Jost (SPD) denkt über eine verpflichtende Elementarversicherung nach. FOTO: SPD-Landtagsfraktion/Tom Gundelwein
Saarbrücken. Auch die erneute Unwetter-Welle im Land hat Millionen-Schäden hinterlassen. Das Land prüft Konsequenzen. Von Lisa Kutteruf, Fatima Abbas und Joachim Wollschläger

(jwo/lis/tho/lrs) Auch die Betroffenen der neuesten, zum Teil verheerenden Unwetter im Saarland können mit Unterstützung des Landes rechnen. Innenminister Klaus Bouillon (CDU) und Umweltminister Reinhold Jost (SPD) kündigten gestern in Saarbrücken an, das Maßnahmenpaket zur Soforthilfe auszuweiten, das nach den Unwettern von Ende Mai aufgelegt worden war und bisher 2,5 Millionen Euro umfasst. Bouillon und Jost gehen davon aus, dass der finanzielle Umfang des Pakets nun entsprechend aufgestockt werden muss.


„Wir können nicht ausblenden, dass das zweite Ereignis flächendeckender war als das erste“, sagte Innenminister Klaus Bouillon (CDU). Vor allem in Merzig und dem Landkreis St. Wendel habe es zu Wochenanfang „enorme Schäden“ gegeben. Ende Mai war die Feuerwehr im Saarland über 800 Mal ausgerückt. Am Montag gab es 1100 Einsätze.

Jost kündigte zudem ein Spitzentreffen von Umwelt-, Innen- und Finanzministerium mit dem Städte- und Gemeindetag, den Landkreisen und dem Entsorgungsverband nach den Sommerferien an, um über Konsequenzen aus den häufigen Starkregen-Ereignissen zu beraten. Hausbesitzern empfahl Jost dringend, eine Elementarschadenversicherung abzuschließen. Bei der Verbraucherschutzministerkonferenz ab Donnerstag, die er leitet, werde zudem über die Möglichkeiten gesprochen, eine verpflichtende Elementarschadenversicherung für Hausbesitzer einzuführen, die im Gegensatz zu einer normalen Wohngebäudeversicherung auch Schäden durch Hochwasser, Lawinen oder Starkregen abdeckt.



Im Saarland habe sich die Quote der Elementarversicherten in den vergangenen Jahren zwar von zwölf auf 25 Prozent erhöht, sagte Dirk Hermann, Vorstandschef der Saarland-Versicherungen, der SZ. Der Bundesschnitt liege aber bei 41 Prozent. Die letzten Wochen hätten gezeigt, dass die Wetter-Ereignisse auch dort aufträten, wo man sie nicht erwartet, warnte Hermann.