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Karstadt und Kaufhof
Sorge um Jobs nach Mega-Kaufhaus-Fusion

Essen/Köln/Saarbrücken. Jetzt ist es offiziell: Kaufhof und Karstadt fusionieren. Ist nun eines der Häuser im Saarland in Gefahr? Von Jana Bohlmann und dpa

(jkb/dpa) Die angekündigte Fusion der beiden Warenhausketten Karstadt und Kaufhof hat nicht zuletzt im Saarland bei Beschäftigten Angst vor Job-Abbau ausgelöst – vor allem in Saarbrücken. Dort gibt es nun zwei Häuser des neuen Konzerns. Bei Karstadt sind in der Landeshauptstadt nach Angaben der Gewerkschaft Verdi mehr als 160 Mitarbeiter beschäftigt, bei Kaufhof knapp 150. Die Kaufhof-Filiale in Neunkirchen hat 70 Mitarbeiter. Die Gewerkschaft Verdi in Rheinland-Pfalz und im Saarland pochte gestern auf den Erhalt der Kaufhäuser beider Ketten. „Auch für Kommunen wäre es problematisch, wenn hier mit den Kaufhäusern große Immobilien in den Innenstädten geschlossen werden würden“, sagte Verdi-Sprecher Dennis Dacke.


Der österreichische Karstadt-Eigentümer Signa und der kanadische Kaufhof-Eigner Hudson‘s Bay Company (HBC) hatten gestern offiziell mitgeteilt, dass die beiden Warenhauskonzerne fusionieren. Der Zusammenschluss muss noch vom Kartellamt genehmigt werden.

Der neue Konzern soll europaweit 243 Standorte haben und rund 32 000 Mitarbeiter beschäftigen. Was sich für Mitarbeiter und Verbraucher durch die Fusion konkret ändern wird, blieb zunächst unklar. Die Firmen ließen offen, ob im Zuge des Zusammengehens Filialschließungen geplant sind. Medienberichten zufolge könnten im Zuge der Fusion rund 5000 Jobs wegfallen.



Geleitet werden soll das Unternehmen von Karstadt-Chef Stephan Fanderl. Der Manager betonte, die beiden Partner hätten „eine ideale Lösung gefunden, um sich im umkämpften deutschen und europäischen Einzelhandelsmarkt erfolgreich zu positionieren“.

Für Saarbrücken zeigte sich Michael Genth, der Vorsitzende des Vereins für Handel und Gewerbe, optimistisch mit Blick auf die Zukunft beider Häuser. Beide seien zuletzt erfolgreich gewesen.