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„Saargida“ brachte kaum Menschen auf die Straße

Saarbrücken. Nach dem Erfolg von Pegida in Dresden gründeten sich in anderen deutschen Städten zahlreiche Ableger - von "Bärgida" in Berlin bis "Kögida" in Köln. Als Anfang des Jahres auch eine "Saargida"-Kundgebung angekündigt wurde, formierte sich sofort großer Widerstand. Thomas Schäfer

Am 12. Januar kam es in Saarbrücken daher gleich zu zwei bemerkenswerten Demonstrationen . Während sich unter die rund 300 Teilnehmer der "Saargida"-Proteste zahlreiche Anhänger der Neonazi- und Hooligan-Szene mischten, wurde die Gegenveranstaltung unter dem Motto "Bunt statt braun" zu einer der größten Demonstrationen , die das Saarland seit vielen Jahren gesehen hatte: Etwa 9000 Menschen, darunter Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ) und die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD ), setzten an diesem Abend ein Zeichen gegen Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit. Eine Woche später waren die Dimensionen bereits deutlich kleiner: 1200 Pegida-Gegnern standen in Saarbrücken nur noch rund 150 Pegida-Anhänger gegenüber.

Und eine weitere Woche später waren die "Saargida"-Demonstranten dann schon wieder verschwunden - sie sind es bis heute. Das Aktionsbündnis "Bunt statt braun" ging am 26. Januar trotzdem noch einmal für ein tolerantes Saarbrücken auf die Straße. "Wir sind übrig geblieben", freute sich der evangelische Pfarrer und Mitinitiator Jörg Metzinger.