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Massive Mehrbelastung
Saar-Datenschützer wegen neuer EU-Regeln am Limit

Lediglich 17 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut einer Studie davon überzeugt, dass ihre Daten durch die neue europäische Datenschutzgrundverordnung besser geschützt sind.
Lediglich 17 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut einer Studie davon überzeugt, dass ihre Daten durch die neue europäische Datenschutzgrundverordnung besser geschützt sind. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Saarbrücken. Verloren im Daten-Dschungel: Die neuen Datenschutzregeln der EU haben das Unabhängige Datenschutzzentrum im Saarland innerhalb weniger Wochen an seine Belastungsgrenze gebracht. „Es kann so nicht weitergehen“, sagte gestern Landes-Datenschutzbeauftragte Monika Grethel gegenüber der SZ. Von Fatima Abbas
Fatima Abbas

Seit Anfang des Jahres sei die Zahl der Beratungsanfragen explodiert. Die 15 Mitarbeiter des Zentrums kämen kaum noch mit der Bearbeitung hinterher. Etwa acht Wochen vor Inkrafttreten der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) am 25. Mai habe es einen regelrechten Ansturm auf die Behörde gegeben, so Grethel. Vor allem Vereine und kleinere Unternehmen seien „völlig verunsichert“, weil sie sich jahrelang nicht um Datenschutz gekümmert hätten.


Anfragen wegen DSGVO-Verstößen halten sich hierzulande laut Grethel jedoch in Grenzen. Anders in den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein: Dort gehen täglich neben Beratungsanfragen auch noch zahlreiche Beschwerden ein.