| 20:59 Uhr

Protest gegen Braunkohle-Abbau
Aktivistin abgestürzt und verletzt

Rettungskräfte versorgen eine Aktivistin, die von einer Leiter gestürzt ist. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht.
Rettungskräfte versorgen eine Aktivistin, die von einer Leiter gestürzt ist. Sie wird in ein Krankenhaus gebracht. FOTO: dpa / David Young
Kerpen. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz hält an den Rodungsplänen im Hambacher Forst fest.

Von heftigen Protesten begleitet hat die Polizei gestern mit der Räumung des letzten bekannten Baumhaus-Dorfes im Hambacher Forst begonnen. Mehr als 100 Menschen bildeten eine Menschenkette und leisten der Polizei energisch passiven Widerstand, wie ein dpa-Reporter berichtete. Teile der eingesetzten Polizei-Kräfte seien dabei rabiat vorgegangen. Eine Aktivistin wurde verletzt, als sie von einer Leiter fiel. Die Frau stürzte aus etwa sechs Metern Höhe ab. Notärzte kümmerten sich direkt um sie. Nach Angaben der „Bild“-Zeitung handelt es sich dabei um eine Tochter des Musikers Leslie Mandoki („Dschinghis Khan“). „Die Ärzte sagen, es besteht keine Lebensgefahr“, sagte Mandoki dem Blatt.


Gestern Morgen demonstrierten Greenpeace-Aktivisten in der Düsseldorfer Staatskanzlei für eine politische Lösung in dem Konflikt: 30 bis 40 Aktivisten schlugen kurzzeitig ihre Zelte im Foyer auf. Zwei Aktivisten kletterten auf das Vordach der Staatskanzlei und brachten dort ein Banner mit der Forderung an: „Herr Laschet: Reden statt roden“.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz kritisierte unterdessen die Waldbesetzer im Hambacher Forst scharf. „Wer illegal den Wald besetzt und unsere Mitarbeiter mit Fäkalien bewirft, ist für mich kein Aktivist. Das ist ein Straftäter“, sagte der Manager im Gespräch mit dem „Handelsblatt“. Kritik übte Schmitz auch an den Umweltverbänden. An den Rodungsplänen hielt der RWE-Chef ungeachtet der Proteste fest. „Selbst wenn RWE den Tagebau in Hambach sofort stoppen würde, müsse der Konzern den Wald roden. „Wir brauchen diese Erdmassen, um die Böschungen dauerhaft zu stabilisieren. Die sind so steil, dass sie abgeflacht werden müssen“, sagte Schmitz. Er räumte ein, dass RWE mit der Rodung einen großen Imageschaden riskiere. Doch könne er nicht 5000 Arbeitsplätze aufs Spiel setzen.