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Rentenvorstoß der SPD
Riskante Debatte

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der Renten-Vorstoß von Olaf Scholz könnte für die SPD nach hinten losgehen. Im Prinzip ist es aus Sicht der Sozialdemokraten ja strategisch richtig, einen Themenwechsel der öffentlichen Debatte hin zu sozialpolitischen Fragen anzustoßen – weg vom Flüchtlingsthema. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Dessen ständige Diskussion scheint die Konkurrenz am rechten Rand nur noch größer zu machen, je kleiner es wird.


Es gibt, ohne Zweifel, Themen von mindestens ebenbürtiger Wichtigkeit. Die existentielle Frage nach einer dauerhaften Alterssicherung in Deutschland gehört natürlich dazu. Der demografische Wandel, der Ruhestand von Millionen ,,Babyboomern“, die wachsende Lebenserwartung machen sie für viele zur Blackbox. Das schreit nach fundierten Antworten gerade jener Parteien, die seit Jahrzehnten weitgehend im Konsens den deutschen Sozialstaat organisieren. Nur gilt auch: Weniger Einzahler, stabile Beiträge, mehr Empfänger, stabiles Rentenniveau, gleicher Renteneintritt – das geht so nicht auf. Das merkt der Wähler. Wird die Renten-Debatte nicht ehrlich und seriös geführt, wird er weiter verprellt. Das sollte gerade die SPD bedenken.