| 20:57 Uhr

Extremismus
Rechte Gruppen, die in Deutschland Terror verbreiteten

Karlsruhe/Chemnitz. „NSU“ oder „Gruppe Freital“: Rechtsextreme Vereinigungen haben Deutschland immer wieder terrorisiert oder standen im Fokus der Ermittler. Eine Auswahl: dpa


„NSU“: 2011 fliegt der „Nationalsozialistische Untergrund“ auf. Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt haben fast 14 Jahre lang im Untergrund gelebt. Die beiden Männer ermordeten zehn Menschen. Am Ende nahmen sie sich das Leben. Zschäpe wird wegen der Mordserie und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu lebenslanger Haft verurteilt. Weitere NSU-Unterstützer erhalten Haftstrafen.



„Gruppe Freital“: Die acht Mitglieder der Vereinigung werden im März 2018 unter anderem wegen Bildung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und versuchten Mordes zu Haftstrafen zwischen vier und zehn Jahren verurteilt. Die Gruppe hatte 2015 fünf Sprengstoffanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und politische Gegner in Freital und Dresden verübt.

„Oldschool Society“ (OSS): Die rechtsextreme Terrorgruppe plant Anschläge auf Asylbewerberunterkünfte, um Flüchtlinge aus Deutschland zu vertreiben. Im März 2017 verurteilt das OLG München vier Mitglieder zu Haftstrafen zwischen drei und fünf Jahren.

„Kameradschaft Süd“: Wegen der Planung eines Bombenattentats auf die Einweihungsfeier des Jüdischen Zentrums in München verurteilt das Bayerische Oberste Landesgericht im Mai 2005 den Neonazi Martin Wiese zu sieben Jahren Haft. Er und drei mit ihm verurteilte Täter waren Mitglieder der rechtsextremen Vereinigung.

„Bayerische Schießsportgruppe München“: Im April 2017 werden bei Mitgliedern unter anderem illegale Waffen beschlagnahmt. Bei der Gruppe könnte es sich um den „bewaffneten Arm“ der fremdenfeindlichen Pegida-Gruppierung handeln, sagt seinerzeit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Ermittlungen wegen Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung gibt es allerdings nicht.

„Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT): Bei Mitgliedern der Gruppe werden Waffen und explosives Material gefunden. Im März 2016 folgt ein Verbot. Die Mitglieder bekennen sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus. Ihnen wird aber keine Bildung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen.