| 21:10 Uhr

Mehr Sicherheit im Saarland
Polizei meldet Erfolge im Kampf gegen Einbrecher

Ein "Einbrecher" hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (gestellte Szene).
Ein "Einbrecher" hebelt mit einem Brecheisen eine Tür im Keller eines Wohnhauses auf (gestellte Szene). FOTO: Silas Stein / dpa
Berlin/Saarbrücken. Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser geht offenbar etwas zurück, auch im Saarland. Doch Experten geben keine Entwarnung.

(dpa/SZ) Auch an diesen Weihnachtsfeiertagen wurden Hausbesitzer Opfer von Einbrüchen – etwa in Kirkel, wo Unbekannte das hintere Fenster eines Einfamilienhauses aufhebelten. Doch insgesamt dürfte die Zahl der Wohnungseinbrüche  dieses Jahr erneut sinken. „Nach 2016 erwarten wir auch für 2017 einen spürbaren Rückgang der Fallzahlen bei den Wohnungseinbrüchen“, teilte der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, gestern mit. Im Saarland hatte das Landeskriminalamt (LKA) bereits für die ersten Monate des Jahres einen deutlichen Rückgang festgestellt – um mehr als 25 Prozent bis Ende Juli. Bereits 2016 war die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche (einschließlich Versuche) im Saarland um 20 Prozent laut Krimininalstatistik auf 1947 Delikte zurückgegangen. Das LKA macht dafür unter anderem die erhöhte Präventionsarbeit sowie den  Fahndungsdruck etwa durch groß angelegte Kontrolltage und Sondereinsätze verantwortlich.



Den bundesweiten Trend bestätigete der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft unter Verweis auf  Zahlen der Versicherer bis September 2017.  Auch bundesweit hatte es 2016  erstmals seit Jahren einen Rückgang der Einbrüche gegeben  – um 9,5 Prozent auf 151 265. Dabei blieb es in 66 960 Fällen bei Versuchen (44,3 Prozent). Abschließende Fallzahlen für 2017 gibt es voraussichtlich im kommenden Frühjahr. Aus Sicht der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) gibt es jedoch keine Entwarnung. Es gebe keine Trendwende und die Aufklärungsquote sei überschaubar. Bei den Tatverdächtigen dominieren nach BKA-Angaben nach wie vor deutsche Staatsangehörige und „örtlich-regionale Täter“ wie etwa Banden von Jugendlichen sowie Drogenkonsumenten. Kontinuierlich zugenommen habe aber der Anteil von Banden aus Südost- und Osteuropa.

Höhere Strafen für Einbrecher, wie sie im ablaufenden Jahr beschlossen wurden, sehen die meisten Bundesbürger indes skeptisch: In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov meinte nur gut jeder Zehnte, dass die Strafverschärfung helfe, Einbrüche zu verhindern. Rund 60 Prozent meinten, dass dies „wahrscheinlich nicht“ oder „bestimmt nicht“ helfe. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten  sagten, sie fühlten sich in ihrer eigenen Wohnung sehr gut oder gut geschützt. Nur 30 Prozent sagten, sie hätten bereits besondere Maßnahmen zum Schutz vor Einbrüchen ergriffen, etwa zusätzlichen Schutz von Türen und Fenstern.