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Kommentar
Politischer Heiratsschwindler

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Sigmar Gabriel hat es sich nicht wegen einer wütenden Äußerung mit nahezu der gesamten SPD-Führung verscherzt. Obwohl man annehmen darf, dass er den seiner Tochter in den Mund gelegten Satz über Martin Schulz, den „Mann mit den Haaren im Gesicht“, sehr genossen hat. Von Werner Kolhoff

Jetzt bedauert er das natürlich, weil es jetzt eng wird. Als ob das all die Indiskretionen und Erniedrigungen vergangener Jahre aus der Welt schaffen würde, die sein Umfeld erlebt hat. Von seinen inhaltlichen Sprüngen nicht zu reden. Viele haben mittlerweile das Gefühl, einem politischen Heiratsschwindler aufzusitzen, der ihre Loyalität immer nur benutzt. Gabriel ist nicht der einzige Politiker, der so ist, aber das kommt langsam aus der Mode. Sobald es Alternativen gibt – und die gibt es mit Thomas Oppermann und Heiko Maas für den Außenministerjob – wird die neue SPD-Führung sie wählen. Wer sollte ihr das verdenken?