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Planung für Saarlands Hochschulen beschlossen

Saarbrücken. Die Leitplanken für die künftige Ausrichtung der Saar-Hochschulen stehen: Die Landesregierung hat gestern den Hochschulentwicklungsplan beschlossen. Dabei wurden auch letzte Änderungen umgesetzt. Ute Kirch

Das Saar-Kabinett hat die Weichen für die inhaltliche Entwicklung der Hochschulen und ihre finanzielle Ausstattung gestellt. Gestern verabschiedete der Ministerrat den Landeshochschulentwicklungsplan für die Jahre 2015 bis 2020. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, um die Universität des Saarlandes , die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) sowie die Hochschule für Musik und die Hochschule der Bildenden Künste "über das Jahr 2020 hinaus zukunftsfest und konkurrenzfähig aufzustellen", sagte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU ). Mit der Reform sollen unter anderem bestehende Doppelstrukturen abgebaut und die Profilbildung der einzelnen Hochschulen verstärkt werden. Zudem sind Kooperationen vorgesehen - etwa zwischen den Ingenieurstudiengängen von HTW und Uni.

Die 2013 begonnenen Verhandlungen zwischen Politik und Hochschulen waren von massiven Protesten begleitet worden. Denn die Hochschulen müssen bis 2020 mit 7,5 Prozent weniger Geld auskommen. Als Konsequenz sollen Fachrichtungen beschnitten oder geschlossen werden.

Kramp-Karrenbauer sagte, Anregungen während der Beratungen seien teilweise berücksichtigt worden. So soll die Zahl der Studienplätze für das Grundschul-Lehramt an der Uni nicht wie geplant von 60 auf 30, sondern lediglich auf 45 sinken. Nun müssten die Hochschulen in den Gesprächen für die Ziel- und Leistungsvereinbarungen die Vorgaben mit Inhalten füllen. Die Autonomie der Universität habe jedoch Grenzen. Es sei die Politik, die den Rahmen setze, so die Regierungschefin.

Universitäts-Präsident Volker Linneweber kritisierte den Plan scharf. Stellungnahmen der Uni seien kaum berücksichtigt worden. Zudem entziehe das Land der Hochschul-Autonomie die Grundlage und mache detaillierte Vorgaben bis auf die Ebene einzelner Professuren. "Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, wie auf dieser Basis eine Ziel- und Leistungsvereinbarung verhandelt werden soll", sagte er. Lob kam von der IHK, vor allem für die Neuausrichtung der Ingenieurwissenschaften. Sie orientiere sich stärker an den Anforderungen der Wirtschaft.