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Olympia zum letzten Mal bei ARD und ZDF?

Hamburg. ARD und ZDF wollen in Rio noch einmal die Muskeln spielen lassen. Die Olympischen Sommerspiele am Zuckerhut könnten ihren Abschied von der olympischen Bühne bedeuten. sid

Journalistische Qualität, Live-Sport rund um die Uhr und ganz neue Perspektiven: ARD und ZDF wollen bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro noch einmal ihre Muskeln spielen lassen. Versprochen wird nicht weniger als "das volle Programm auf allen Kanälen". Doch die Spiele am Zuckerhut könnten das vorerst letzte olympische Hurra der öffentlich-rechtlichen Sender werden.


Die ARD sei "mit der klaren Haltung" nach Rio gereist, "dort zu zeigen, was wir können und draufhaben", sagt Olympia-Teamchef Gerd Gottlob. ZDF-Chefredakteur Peter Frey bezeichnete die ersten Spiele in Südamerika als "besondere Herausforderung" und betonte: "Wir wollen noch einmal zeigen, was öffentlich-rechtliche Qualität bedeutet. Hintergründige, journalistische Berichterstattung und vielfältige Perspektiven." ARD und ZDF haben ihr Sendevolumen trotz des Sparkurses im Vergleich zu den Spielen 2012 von London aufgestockt. Im täglichen Wechsel werden beide Sender insgesamt 340 Fernsehstunden produzieren. Hinzu kommen insgesamt rund 1000 Stunden Livestreams im Internet.

Mit dem öffentlich-rechtlichen Olympia-Zauber könnte es nach Rio aber vorbei sein, ARD und ZDF droht schon bei den Winterspielen 2018 ein historischer TV-Blackout. Sämtliche TV- und Multiplattform-Übertragungsrechte der Spiele 2018 bis 2024 liegen beim US-Unternehmen Discovery Communications. Die Muttergesellschaft des Senders Eurosport zahlte dem Internationalen Olympischen Komitee dafür 1,3 Milliarden Euro.



"Wir sind in Gesprächen, was die Sublizenzen angeht", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres unlängst. Das "Manager Magazin" hatte zuletzt berichtet, dass die Verhandlungen wegen einer Differenz von 50 Millionen Euro festgefahren seien.