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Kommentar
Nicht nur „Gedöns“, sondern ein reales Problem

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Gleichstellungsbeauftragte werden nicht selten belächelt. Es war sogar ein Bundeskanzler, der dem mit einer Bemerkung politisch Vorschub geleistet hat: „Gedöns“. Darunter firmierte bei Gerhard Schröder alles, was mit Frauen und Familie zu tun hatte. Spätestens seit den einschlägigen Untersuchungen über die spärliche Präsenz von Frauen in Führungspositionen sollte allerdings klar sein, dass geschlechtsbedingte Benachteiligung in Deutschland durchaus ein reales Problem ist und nicht nur Stoff für irgendwelche Witze am Stammtisch. Einen bis dato kaum beachteten Aspekt dieses Problems hat nun die Antidiskriminierungsstelle des Bundes beleuchtet. Insbesondere für Dienstleistungen müssen Frauen demnach zum Teil deutlich tiefer in die Tasche greifen als Männer. Das mutet schon deshalb paradox an, weil Frauen zumeist in geringer bezahlten Jobs arbeiten als Männer.

Im Kern gibt es für die unterschiedlichen Preise eine ebenso schlichte wie fragwürdige Erklärung: weil das schon immer so war. Selbst die meisten Frauen nehmen daran bisher keinen Anstoß. Ihnen kann man daher nur raten, das Preisgefüge künftig selbst stärker zu hinterfragen. Die jüngste Untersuchung liefert dafür viele Argumente. Und genau deshalb ist es auch gut, dass es Gleichstellungsexperten gibt, die solches „Gedöns“ thematisieren.