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Neue Drohung aus Athen empört Berlin

Athen/Berlin. Im Ringen um neue Milliarden-Hilfen macht die Regierung in Athen jetzt massiv Druck auf Berlin. Sie droht mit der Pfändung deutschen Eigentums als Reparation für Weltkriegsschäden und NS-Verbrechen. dpa/afp

Im Streit um Reparationen für den Zweiten Weltkrieg droht Griechenland jetzt offen mit der Beschlagnahme deutschen Staatseigentums und sorgt damit für neue Empörung in Berlin . Justizminister Nikos Paraskevopoulos erklärte sich gestern bereit, die Pfändung deutscher Immobilien in Griechenland zu erlauben, sollte es zu keiner Einigung mit Berlin über die Milliardenforderungen kommen. Bei den Liegenschaften geht es um das Goethe-Institut von Athen , das Deutsche Archäologische Institut sowie die Deutschen Schulen in Athen und Thessaloniki.

Der höchste griechische Gerichtshof (Areopag) hatte bereits im Jahre 2000 mit Blick auf ein Massaker der Wehrmacht 1944 in Distomo mit 218 Toten die Pfändung deutschen Eigentums in Griechenland erlaubt. Damals wurde dies vom Justizministerium noch mit Blick auf die Beziehungen zu Berlin gestoppt. Insgesamt werden in Griechenland die Reparationsforderungen mit bis zu 332 Milliarden Euro angegeben. Damit wäre das Land seinen Schuldenberg von 320 Milliarden Euro praktisch auf einen Schlag los.

"Wir werden in dieser Frage keine Gespräche und Verhandlungen mit der griechischen Seite führen", erklärte dagegen gestern das Haus von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU ). Die Bundesregierung sieht die Entschädigungsfrage durch einen Vertrag aus dem Jahr 1960 und den Zwei-plus-Vier-Vertrag zur deutschen Einheit als erledigt an. Am Dienstag hatte das griechische Parlament beschlossen, erneut Reparationsforderungen zu prüfen. Dazu wurde ein Ausschuss aller Parteien einberufen. Eine endgültige Entscheidung trifft aber die Regierung.

Die Pfändungsdrohung überschattete gestern den Start der ersten Gespräche zwischen Griechenland und den Experten seiner internationalen Geldgeber seit dem Amtsantritt der neuen Regierung in Athen . > e und Meinung, siehe auch