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Bislang sechs Männer auf dem Parteiposten
Merkel hatte nicht immer Glück mit ihren Generalsekretären

Ruprecht Polenz war der erste Generalsekretär unter Merkel. Er war vielen zu bedächtig.
Ruprecht Polenz war der erste Generalsekretär unter Merkel. Er war vielen zu bedächtig. FOTO: - / dpa
Berlin. Haudrauf oder bedächtig? Unter der CDU-Vorsitzenden hatten bislang sechs ganz unterschiedliche Persönlichkeiten diesen Parteiposten inne.

Sechs Generalsekretäre hat Angela Merkel in ihren bisher 18 Jahren als CDU-Vorsitzende verschlissen, die durchschnittliche Amtszeit betrug drei Jahre. Annegret Kramp-Karrenbauer wird die siebte auf dem Stuhl im fünften Stock des Konrad-Adenauer-Hauses. Der war für einige ihrer Vorgänger ein Schleudersitz. Für andere der Lift nach oben.


Angela Merkel selbst machte den Job von 1998 bis 2000, bevor sie dann Parteichefin und schließlich Kanzlerin wurde. Das könnte der Weg auch der 55-jährigen Saarländerin Kramp-Karrenbauer sein, zumal bekannt ist, dass Merkel demnächst ihre Nachfolge regeln will.

Kramp-Karrenbauer gehört zu jenem Typus Politiker, der der Kanzlerin am meisten gefällt: Seriös, loyal, abwägend. Kein Haudrauf. So wie sie selbst. Viele im politischen Berlin sind allerdings der Meinung, dass solche Charaktere für den Job eines Generalsekretärs eher ungeeignet sind. Der muss nämlich nicht nur die Partei und ihre Wahlkämpfe organisieren, sondern soll auch mal polarisieren.

Merkel konnte sich bisher nicht so richtig entscheiden. Drei ihrer Generalsekretäre entsprachen ihrem eigenem Politikertypus. Gleich zu Beginn Ruprecht Polenz, der aber nur ein halbes Jahr im Amt blieb. Der stets nachdenkliche und höfliche Münsteraner, ein Experte für Außenpolitik, war der Partei dann aber doch zu bedächtig. Ihm folgte mit Laurenz Meyer das genaue Gegenteil. Ein Sprücheklopfer, ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen. Meyer startete mit der Bemerkung, er habe eine starke Position, „weil sich Angela Merkel einen zweiten Missgriff nicht erlauben kann“. Meyer hielt sich immerhin vier Jahre, machte allerdings mehr mit seinem Liebesleben Schlagzeilen als mit Inhalten. Schließlich fiel er über Finanzaffären. Volker Kauder war 2005 für ein Jahr dann eine Idealbesetzung: Wortmächtig, konservativ, seriös. Für ihn war Generalsekretär nur eine Zwischenstation nach oben – er wurde Fraktionsvorsitzender und ist es bis heute.

Mit Ronald Pofalla kam wieder ein Wadenbeißer ins Amt, einer jedoch, der sich auch noch wie Merkels persönlicher Pitbull verhielt: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“, herrschte er einst den CDU-Abweichler Wolfgang Bosbach an. Bis auf solche Ausrutscher war Pofalla eigentlich ideal für den Job, weil er die von Merkel betriebene inhaltliche Modernisierung der CDU aktiv begleitete und auch ihren Schlafwagen-Wahlkampf („asymetrische Demobilierung“) erfand. Er wechselte nach vier Jahren als Chef ins Kanzleramt.



Hermann Gröhe war dann für vier Jahre wieder ein Generalsekretär von der eher biedereren Sorte, womit die Kanzlerin sehr gut fuhr. Auch er war ihr loyal ergeben, sparte sich aber Ausrutscher und wurde dafür 2013 nach vier Jahren mit dem Gesundheitsministerium belohnt. Peter Tauber, der bisher letzte, war in der Riege neben Polenz wohl der schwächste von allen, wenngleich er vier Jahre amtierte. Er war eher ein Organisator, dem das politische Gewicht fehlte; seine Ausflüge ins Populistische wirkten peinlich. Den Entwurf für das Wahlprogramm 2017, eigentlich eine Generalsekretärs-Aufgabe, schrieb nicht er, sondern Kanzleramtsminister Peter Altmaier. Das dürfte Kramp-Karrenbauer eher nicht passieren.

Ronald Pofalla trat als Generalsekretär wie Merkels persönlicher Pitbull auf.
Ronald Pofalla trat als Generalsekretär wie Merkels persönlicher Pitbull auf. FOTO: Michael Kappeler / dpa