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Fall Anis Amri
Lernen wie aus den NSU-Morden

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Hagen Strauss

Personell lassen sich im Fall Amri wohl keine Konsequenzen mehr ziehen. In Nordrhein-Westfalen, wo die Pannenserie begann, regiert die SPD nicht mehr, deren damaliger Innenminister Ralf Jäger politisch verantwortlich gewesen ist. In Berlin, wo die Ermittler den Gefährder aus den Augen ließen, ist CDU-Innensenator Frank Henkel abgewählt worden. Und im Bund verabschiedet sich derzeit Innenminister de Maizière. Insofern muss es für den U-Ausschuss vor allem darum gehen, Schwachstellen zu identifizieren, die es in der Zusammenarbeit von Bund und Ländern ohne Zweifel gegeben hat. Vieles erinnert im Fall Amri an den NSU-Komplex. Auch damals waren die miserable Kooperation von Landesbehörden und die fehlende Kommunikation die Bedingungen dafür, dass das rechte Terrortrio unerkannt morden konnte. Aus ähnlichen Gründen wurde Amri nicht dingfest gemacht. Vielleicht gelingt es den Abgeordneten, auch weitere Fehler aufzudecken. So wie im Fall NSU.