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| 20:46 Uhr

Drei Syrer und ein Iraker
Lebenslange Haft für Attentat auf Deutsche

Istanbul. Die vier Männer im Zeugenstand schauen zwischen Übersetzerin und Richter hin und her. Es dauert etwas, bis ihnen vor dem Gericht in Istanbul klar wird, dass sie gerade schuldig gesprochen wurden für die Unterstützung einer der schwersten Terroranschläge auf Deutsche im Ausland. Der Richter muss das Urteil gestern sogar wiederholen. Dann werden die drei Syrer und ein Iraker von den sie umringenden Polizisten abgeführt.

Die vier Männer im Zeugenstand schauen zwischen Übersetzerin und Richter hin und her. Es dauert etwas, bis ihnen vor dem Gericht in Istanbul klar wird, dass sie gerade schuldig gesprochen wurden für die Unterstützung einer der schwersten Terroranschläge auf Deutsche im Ausland. Der Richter muss das Urteil gestern sogar wiederholen. Dann werden die drei Syrer und ein Iraker von den sie umringenden Polizisten abgeführt.

Die drei Syrer, so das Gericht, sind unter anderem verantwortlich für die Tötung von zwölf Menschen „mit dem Ziel des Terrors“. Sie haben demnach maßgeblich bei der Vorbereitung des Attentats mitgeholfen. Das Gericht verurteilte sie dafür zu lebenslanger Haft. Der Iraker wurde wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Die muss er jedoch erstmal nicht antreten, weil er seit rund zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzt. Das Gericht entließ ihn daher zunächst, belegte ihn aber mit einer Ausreisesperre. Vier weitere Angeklagten sind flüchtig und konnten daher noch nicht vernommen werden.

Der zweite Jahrestag des verheerenden Anschlags im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet ist noch keine drei Wochen her. Am 12. Januar 2016 hatte sich ein Selbstmordattentäter inmitten einer deutschen Reisegruppe in die Luft gesprengt, zwölf Menschen getötet und 16 verletzt. Die Behörden identifizierten den Attentäter später als den 1988 in Saudi-Arabien geborenen Syrer Nabil Fadli und machten den IS für den Anschlag verantwortlich, der sich jedoch nie dazu bekannte. Der Anschlag war eine Zäsur. Danach mieden viele Touristen die sonst so beliebte Metropole Istanbul. In der Türkei waren in der Vergangenheit eine Reihe schwerer Anschläge verübt worden. Zuletzt in der Silvesternacht 2016 auf den Club Reina mit zahlreichen Toten. Auch dafür machten die türkischen Behörden den IS verantwortlich. Zu dem Reina-Attentat hatte sich der IS jedoch bekannt.

Zur Aufklärung der Hintergründe des Attentats hat der Gerichtsprozess nur teilweise beigetragen. Neben den vier flüchtigen Angeklagten ist laut Gerichtsunterlagen auch der mutmaßliche Auftraggeber des Attentats noch gar nicht gefasst: Ein IS-Mitglied mit dem Code-Namen Omar-Ebu Abid, der im Irak vermutet wird und für die Auslandsaktivitäten des IS verantwortlich sein soll. Oder ein Unterstützer mit dem Namen Omran, in dessen Begleitung der Attentäter rund einen Monat vor dem Anschlag illegal aus Syrien in die Türkei gelangt sein soll.