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Wachwechsel im Saarland
Kramp-Karrenbauer geht nach Berlin – Hans soll Saar-Ministerpräsident werden

Die Saar-CDU hat Tobias Hans gestern Abend als Nachfolger von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer nominiert.
Die Saar-CDU hat Tobias Hans gestern Abend als Nachfolger von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer nominiert. FOTO: Becker&Bredel
Saarbrücken/Berlin. Saar-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer soll die CDU als Generalsekretärin neu aufstellen. In die Staatskanzlei zieht für sie  Tobias Hans ein. Von Fatima Abbas, Daniel Kirch und Michael Jungmann
Fatima Abbas

Mit der Ankündigung, als Generalsekretärin der CDU in die Bundespolitik zu wechseln, hat Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gestern für einen Paukenschlag in Berlin und einen Generationswechsel im Saarland gesorgt: Nachfolger der 55-Jährigen im Ministerpräsidenten-Amt soll der bisherige CDU-Fraktionschef im Landtag, Tobias Hans, werden. Der 40-Jährige aus Neunkirchen-Münchwies wurde am Abend von Landtagsfraktion und Landesvorstand der CDU einstimmig nominiert. Er soll möglichst bald im Landtag mit der Mehrheit der CDU/SPD-Koalition gewählt werden. Diese gilt als sicher. Hans wäre der aktuell jüngste Ministerpräsident in Deutschland. Er kommentierte seine Nominierung gestern  mit den Worten: „Ich gehe die Aufgabe mit Demut an.“ Seit 2015 ist er Fraktions­chef im Landtag, ein Amt, das sein Vater Peter Hans von 1999 bis zu dessen Tod 2007 inne hatte.


Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel hatte Kramp-Karrenbauer gestern Vormittag den Spitzengremien der Bundes-CDU als Nachfolgerin von Peter Tauber vorgeschlagen, der auf das Amt des Generalsekretärs vor wenigen Tagen verzichtet hatte. Die Saarländerin soll bereits am kommenden Montag vom Bundesparteitag der CDU gewählt werden. Merkel erwartet von ihr wichtige Impulse für die Arbeit der Partei, wie sie bei einem gemeinsamen Auftritt in Berlin sagte. Die Entscheidung für den Wechsel sei erst am Wochenende gefallen, sagte Kramp-Karrenbauer der SZ. Sie glaube, dass sie derzeit in der Bundespartei „gebraucht werde“. Die Entscheidung wurde von Beobachtern auch als Signal der Kanzlerin für ihre Nachfolge gewertet. Dazu sagte Kramp-Karrenbauer: „Gegen solche Etiketten kann ich mich nicht wehren.“