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Berliner Notizen
Von Honig und Funklöchern

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wenn Angela Merkel verreist, nimmt sie etwas mit. Und zwar ein Geschenk für ihre Gastgeber. Jetzt flog die Kanzlerin nach Litauen. Vorab klopfte das Auswärtige Amt, das für die offiziellen Geschenke zuständig ist, beim Grünen Oliver Krischer an, um zwei Gläser Bundestagshonig zu bekommen. Von Hagen Strauss

Den gibt es, seit vor ein paar Jahren die Fraktion erfolgreich Bienen am Reichstag angesiedelt hat. Honig passt gut – denn die litauische Staatspräsidentin Dalia Grybauskaitë ist selbst Hobby-Imkerin. Nette Idee also.


Freitags werden in der Regierungspressekonferenz die Termine der Kanzlerin mitgeteilt. In der kommenden Woche steht unter anderem der Wohnungsgipfel auf dem Programm. Angesichts der heftigen Koalitionskrise um den Verfassungsschutzpräsidenten war die Frage an die Regierungssprecherin berechtigt, ob es die Koalition dann überhaupt noch gibt. Antwort: „Die Bundesregierung arbeitet konstruktiv, wie Sie an den Terminen sehen.“ Konstruktiv an ihrem Ende.



Dietmar Bartsch, Linksfraktionschef, hat eine neue Einigkeit im Land entdeckt. Im Bundestag meinte er am Mittwoch, bei der Digitalisierung gehe es nicht voran. Er ergänzte: „Wir spüren doch jeden Tag: Deutschland, einig Funkloch.“ Heiterkeit im Parlament. Korrekt muss es ja heißen: „Deutschland, einig Vaterland“. Die Losung entstammt übrigens dem Liedtext der Nationalhymne der DDR von Johannes R. Becher. Seit dem Ende der 60er-Jahre durfte dieser Text aber nicht mehr offiziell vorgetragen werden. Nur mal so.

Not macht erfinderisch, das dachte sich wohl auch der FDP-Abgeordnete Christian Dürr. Unter dem Motto: „Ein Thema, 60 Sekunden Zeit“, was in der Fachsprache „Elevatorpitch“ heißt, fuhr er jetzt im Aufzug des Bundestages und beantwortete dabei Fragen zum aus liberaler Sicht schlecht aufgestellten Bundeshaushalt. Nun benötigt der Aufzug im Paul-Löbe-Haus bis ganz oben lediglich schlappe 14 Sekunden. Was also tun? Munter ging es für Dürr 60 Sekunden lang rauf und runter. Passt ja zur FDP.