| 00:00 Uhr

Klaus Maria Brandauer fordert ein Menschenrecht auf Langeweile

Hannover. Müßiggang ist doch aller Laster Anfang - was ist dann nur in Klaus Maria Brandauer gefahren? Der Schauspieler schwört nämlich auf gelegentliche Langeweile. Er könne es nur empfehlen, mal nichts zu tun, sagte Brandauer nun in einem Interview. epd/jöw

"Es sollte sogar ein Menschenrecht auf Langeweile geben!", verlangte der Österreicher. "Ich bin sehr bemüht, mich wenigstens ab und zu in diesen Zustand zu versetzen." Er entspanne sich zumeist zu Hause. Dann drehe er mal den Fernseher an und schaue Sport.

Brandauer befindet sich mit seiner Idee in guter Gesellschaft. Paul Lafargue forderte schon 1883 ein "Recht auf Faulheit". Sein Pamphlet richtete sich gegen die "Arbeitssucht" und die kapitalistische Ausbeutung - "um ein ehernes Gesetz zu schmieden, das jedermann verbietet, mehr als drei Stunden pro Tag zu arbeiten". Lafargue war übrigens der Schwiegersohn von Karl Marx .