| 21:32 Uhr

Korea
Kim wird auf Iran schauen

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Man kann über die Motive Kims nur mutmaßen. Mag sein, dass er sich sicher fühlt, weil er seine Atomwaffen inzwischen hat. Mag auch sein, dass sein Testgelände eingestürzt ist, weswegen er weitere Versuche sowieso hätte stoppen müssen. Von Werner Kolhoff

Am wahrscheinlichsten ist, dass China ihm Druck gemacht hat, weil es eine Eskalation mit Amerika vor seiner Haustür nicht brauchen kann. Jedoch wird die Annäherung beider Koreas über eine militärische Entspannung wohl kaum hinausgehen. Immerhin, die Gefahr eines heißen Krieges könnte eingedämmt werden. Und die Gefahr, dass sich von Nordkorea ausgehend Atomwaffen verbreiten. Deutschland und Europa können sich bei dem beginnenden Prozess nützlich machen: Indem sie Donald Trump davon abhalten, das Atomabkommen mit dem Iran zu kündigen. Kim wird nämlich genau hinschauen, wie es dem anderen Schurkenstaat mit Atomambitionen ergangen ist. Wenn sich herausstellt, dass sich Abrüstung nicht lohnt, wird er sofort umschalten.