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Lesetest für Grundschüler
Keine Bildungskatastrophe

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Alarmrufe im Bildungswesen gehören fast zum guten Ton und Klagen über die Qualität deutscher Schulen sind wohlfeil. Da passt die Nachricht, Deutschlands Grundschüler fielen beim Lese­verstehen international zurück, scheinbar ins Klischee. Aber bei genauerem Blick auf die neue Iglu-Studie zeigt sich wenig Überrraschendes:  Die Fähigkeit, deutsche Texte zu erfassen, ist bei Kindern, deren Eltern im Ausland geboren wurden (und oft daheim eine andere Sprache sprechen), im Schnitt schwächer – und der Anteil dieser Gruppe gestiegen. Vor diesem Hintergrund liest sich ein wichtiger Satz der Studie noch mal anders: Danach haben zwar einige Länder Deutschland überholt, tatsächlich hat sich die Lesekompetenz unserer Viertklässler aber im Schnitt nicht „signifikant verändert“. So falsch kann die Arbeit an den Schulen da nicht sein. Von Ulrich Brenner
Ulrich Brenner

Was bleibt, ist die Erkenntnis: Die Schule kann Defizite, die im Elternhaus entstehen, nie ganz ausgleichen. Dennoch muss sie darin besser werden, weil die Veränderung der Gesellschaft weitergeht. Das heißt: Vor allem die Grundschulen brauchen mehr Zeit für den einzelnen Schüler und mehr Ressourcen. Die Lehrer dort haben das verdient – die Kinder sowieso.