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Militärschlag gegen Syrien
Keine Beteiligung am Irrsinn

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Das ist nicht der Bündnisfall, ist nicht Artikel 5 des Nato-Vertrages. Wenn US-Präsident Donald Trump Syrien wie angekündigt angreifen sollte und im Gegenzug amerikanische Soldaten angegriffen werden, vielleicht sogar von Russen, vielleicht sogar im Mittelmeer, dann ist das diesmal ganz und gar die Sache Amerikas. Deutschland darf sich von diesem egomanischen Präsidenten, der sich mit dem russischen Staatschef Putin offensichtlich einen Macho-Kampf zu liefern gedenkt, nicht in einen Krieg ziehen lassen. Auch wenn die Empörung über den syrischen Giftgasangriff berechtigt ist. Von Werner Kolhoff

Was Deutschland tun kann? Den Nato-Rat anrufen, Amerika zur Rede stellen, zusammen mit allen anderen Nato-Partnern. Die Uno anrufen, Syrien und Russland zur Rede stellen, zusammen mit vielen anderen. Die EU-Außenminister zusammenrufen; ein neues Konzept für die chemische Abrüstung in Syrien unter europäischer Hilfe vorlegen. Mit Russland reden. Deutschland und Europa müssen nicht nur Zuschauer sein. Und auch nicht die hilflosen Opfer einer Konfrontation von Verrückten.