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Asylstreit in der Union
Jetzt droht schon jeder jedem

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das sind massive Auflösungserscheinungen in der großen Koalition. Jetzt droht jeder schon jedem. Innenminister Horst Seehofer fühlt sich inzwischen so allmächtig, dass er sogar glaubt, die EU „wachgeküsst“ zu haben. Von Hagen Strauss

Das stimmt natürlich nicht. Schließlich wird seit drei Jahren in der Gemeinschaft um Lösungen in der Flüchtlingskrise gerungen. Auf der anderen Seite ist SPD-Chefin Andrea Nahles inzwischen so frustriert, dass sie von „Mätzchen“ spricht, die sie nicht länger hinnehmen will. Wenn sie konsequent wäre, müsste sie nicht nur Neuwahlen insgeheim durchspielen lassen, sondern sagen: Die SPD verlässt die Koalition der Streithähne. So weit geht Nahles nicht.


Und Angela Merkel? Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass die Kanzlerin beim EU-Sondergipfel am Sonntag die Abkommen erreicht, um die CSU besänftigen zu können. Ohnehin hat sich der Eindruck verstärkt, dass die CSU gar nicht besänftigt werden will. Weil sie Merkel überdrüssig ist. Die Koalition befindet sich im Niedergang.