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| 21:17 Uhr

Kommentar
Ist der Ruf erst ramponiert . . .

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Die deutsche Autoindustrie wirkt derzeit in Teilen wie ein Tollhaus. Einst Vorzeigebranche, weil Job- und Innovationsmotor, fallen einige der Hersteller und ihre Führungskräfte seit mehr als zwei Jahren nur noch mit Negativ-Schlagzeilen auf. Und ist der Ruf erst ramponiert… Jetzt also ein neuer Sprung auf der nach oben offenen Dieselskandal-Skala: Nicht nur mit Affen, sondern auch mit Menschen soll experimentiert worden sein, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung dank angeblich moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Man könnte auch sagen, um die eigenen Betrügereien zulasten der Verbraucher unter einem wissenschaftlichen Deckmantel zu verbergen. Ethisch und moralisch ist das Vorgehen absolut verwerflich. Von Hagen Strauß

Das Ausmaß des Dieselskandals kommt seit Jahren nur scheibchenweise ans Tageslicht, echten Aufklärungswillen und Transparenz der Branche sucht man zu oft vergebens. Dabei hat schon der Untersuchungsausschuss des Bundestages herausgefunden, dass bei der Manipulation von Abgaswerten zum Teil planmäßig und im großen Stil vorgegangen worden ist. Und eines ist doch klar: Die Automobilindustrie lebt ganz besonders vom Vertrauen in ihre Produkte. Dieses Vertrauen ist zutiefst erschüttert.

Ausgerechnet in einer Zeit, in der es eben nicht nur um Vergangenheitsbewältigung geht, sondern auch um gigantische Zukunftsaufgaben, vor denen die Branche steht. Stichworte sind das autonome Fahren oder der Umstieg auf das Elektroauto. Doch wie soll die Öffentlichkeit Vertrauen in Konzerne und ihre Produkte haben, den Weg der Erneuerung also mitgehen, wenn mit Tieren und Menschen experimentiert wird, nur um ein paar Stinker mehr zu verkaufen? Vor der Autoindustrie liegen noch schwere Jahre.