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In Deutschland wächst die Angst vor Arbeitslosigkeit

Nürnberg/Saarbrücken. Angesichts der anhaltenden Krise treibt die Deutschen wieder die Angst vorm Verlust ihres Arbeitsplatzes um. Für 57 Prozent der befragten Bundesbürger ist dies die derzeit größte Sorge, geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK in Nürnberg hervor. Vor einem Jahr hatte der Anteil noch bei 53 Prozent gelegen

Nürnberg/Saarbrücken. Angesichts der anhaltenden Krise treibt die Deutschen wieder die Angst vorm Verlust ihres Arbeitsplatzes um. Für 57 Prozent der befragten Bundesbürger ist dies die derzeit größte Sorge, geht aus einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK in Nürnberg hervor. Vor einem Jahr hatte der Anteil noch bei 53 Prozent gelegen. Der europaweite Vergleichswert liegt bei 39 Prozent.


Auf Platz zwei der Sorgenliste der Bundesbürger rangiert die Angst vor einem Absturz der deutschen Wirtschaft. Unter dem Eindruck der aktuellen Entwicklungen schnellte das Thema in Deutschland von sieben auf 36 Prozent in die Höhe und verzeichnete damit den stärksten Zuwachs insgesamt. Mit deutlichem Abstand folgen die Problemfelder Bildung, Preisentwicklung und soziale Sicherung.

Wie berechtigt die Sorge ist, zeigten am Freitag Hiobsbotschaften von Autozulieferern der Region. Nach eigenen Angaben plant die Saarbrücker Gießerei Halberg Guss einen Arbeitsplatz-Abbau "im dreistelligen Bereich". Bei dem Unternehmen, in dem unter anderem Motorblöcke gefertigt werden, seien die Bestellungen im Bereich der Nutzfahrzeuge um 60 Prozent eingebrochen, im Pkw-Sektor um bis zu 40 Prozent. Halberg Guss beschäftigt im Saarland rund 1300 Mitarbeiter. Außerdem kündigte der US-Autozulieferer Johnson Controls an, dass er die Produktion von Autobatterien in Saargemünd schließen will. Dort arbeiten noch 350 Beschäftigte. Darüber hinaus will der Autozulieferer Schaeffler nach Medienangaben bundesweit 5000 Arbeitsplätze abbauen. Was das für den Homburger Standort bedeutet, ist offen. Dort arbeiten 2500 Männer und Frauen. In der Homburger Kurbelwellen-Schmiede Krupp-Gerlach soll die Kurzarbeit bis Ende 2009 dauern. Bisher war sie bis Juni vereinbart. Betroffen sind 800 der 1000 Arbeitnehmer. Ferner wächst die Sorge um den Weiterbestand des Opel-Komponentenwerks in Kaiserslautern. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck sagte nach einem Gespräch mit Fiat-Chef Sergio Marchionne, er habe "mehr Zweifel als vorher". In Kaiserslautern arbeiten rund 3400 Beschäftigte. und Meinung red/dpa